Pichelsteiner Gedenkstein

Das Pichelsteinerfest wurde im Jahr 1874, also vor 150 Jahren, in der damaligen Hofwirtschaft am Marktplatz gegründet. Es war ein Haus mit langer Geschichte, denn es gehörte zu den beiden ältesten Anwesen des Ortes.

1270 kam es zur Aufteilung Regens in kleinere Anwesen

Zur Zeit der Gründung von Regen gab es zwei Höfe. Der eine Hof war der Pfarrhof, also der Hof des Pfarrers, dessen Ertrag dem Unterhalt der Kirche und der Pfarrei diente. Der zweite Hof (der „Hof“) befand sich an der gegenüberliegenden Bachseite und gehörte ursprünglich zum Kloster Niederaltaich.

Als Regen im Jahr 1270 herzoglich wurde, kam es zu seiner Aufteilung in kleinere Anwesen. Der verbleibende Bestand ging vermutlich im 15. Jahrhundert in den Besitz der Degenberger über. Sie betrieben im Hof eine Gastwirtschaft, die Hofwirtschaft hieß. Nach ihrem Aussterben Anfang des 17. Jahrhunderts fiel der Hof an die Wittelsbacher, später kam er in Privatbesitz.

1874 waren die Winters Hofwirte

Ende des 19. Jahrhunderts wurden das damalige kleine Postbüro und der Stall für die Postpferde in den Hof verlegt und aus der Hofwirtschaft wurde der Gasthof zur Post. Vor dem Anwesen fuhren täglich die Postkutschen auf. Das alles änderte sich mit dem Einsatz der Postbusse und dem Bau des Postamtes. 1994 wurde das schon marode gewordene Haus abgerissen, um dem Neubau der Raiffeisenbank Platz zu machen.

Das Bankgebäude, inzwischen die VR GenoBank DonauWald, fügt sich in der Nachbarschaft des Rathauses sehr gut in das bauliche Ensemble ein und ist eine Bereicherung des Stadtplatzes.

Nach diesem kurzen Ausflug in die Baugeschichte zurück zum Jahr 1874. Damals war Anton Winter der Hofwirt und seine Frau Therese die Hofwirtin.

Kirchweihmontag wurde zum Pichelsteinerfest

Therese Winter hatte einen erheblichen Anteil an der Gründung des Pichelsteinerfestes, denn sie kredenzte den Gästen bei der traditionellen Nachkirchweih den damals bereits bekannten Pichelsteiner-Eintopf. Er schmeckte offenbar so gut, dass beschlossen wurde, den Kirchweihmontag künftig als Pichelsteinerfest zu feiern und sich dabei den Eintopf auftischen zu lassen. So blieb es bis heute.

Seit 1930 ist aus der ursprünglichen Nachkirchweih ein Volksfest geworden, das weitum bekannt und beliebt ist. Doch immer noch gilt die Tradition des gemeinsamen Pichelsteinermahls am Kirchweih- bzw. Pichelsteiner-Montag. Anton Winter war der letzte Hofwirt, denn seine Nachfolger waren die Posthalter. Er ist 1897 verstorben; 1911 ist ihm seine Frau Therese in die Ewigkeit nachgefolgt.

Grabstein der Winters musste wegen Instabilität abgebaut werden

Der Grabstein der Winters am kirchlichen Friedhof musste inzwischen wegen Instabilität abgebaut werden. Aus den noch verwendbaren Teilen werden die Pichelsteiner im Jubiläumsjahr einen Gedenkstein errichten, mit dem an die Gründung des Pichelsteinerfestes erinnert werden soll. Er wird neben dem heutigen Bankgebäude, also am Ort der Gründung, aufgestellt.

(Text: Hans Vogl)

Weitere Informationen über die Aufstellung des Gedenksteines erhalten Sie demnächst hier auf der Homepage!