Pressemitteilungen 2007


Zeitungstexte stammen von der PNP - Passauer Neuen Presse

PNP 03.11.2007
Pichelsteiner auf Wanderschaft

Dass auch die Pichelsteiner gerne die Wanderstiefel anziehen, beweisen sie, wenn sie alljährlich im Herbst mit den Wald-Vereinlern von der Unterbreitenau zum Landshuter Haus wandern. Obwohl nicht das ideale Wanderwetter herrschte und bereits der erste Schnee fiel, konnte Wald-Vereins-Vorsitzender Georg Pletl jetzt zum vierten Mal 20 Wanderer willkommen heißen. In der vor acht Jahren eröffneten „Regener Stube" wurde dann gemütlich eingekehrt.Pichelsteiner-Präsident Karl-Heinz Stern hob in seiner Begrüßung das harmonische Verhältnis zwischen den beiden Vereinen hervor. Für eine Überraschung sorgte Manfred Homolka, Kulturpreisträger des Bayerischen Wald-Vereins: Er überreichte dem Sektions-Vorsitzenden ein von ihm in Fusing-Technik gefertigtes Glasbild mit dem Motiv der Burgruine Weißenstein. Als Bereicherung für die „Regener Stube" bekommt das Geschenk einen Ehrenplatz, versicherte Georg Pletl.

PNP 03.08.2007
Ein super Fest - mit einem Schönheitsfehler
Betrunkene Jugendliche trüben Bilanz des 133. Pichelsteinerfestes
Das „nightstyle“, das neben der Tierzuchthalle seine Fahrgäste wie wild durchgeschüttelt hat - abgebaut und in den Transporter verpackt. Der Schnee-Express hat schon seine Sitze eingebüßt. Kreuz und quer stehen die schweren Laster auf dem Festplatz, um farbenfrohe Buden und Fahrgeschäfte zum nächsten Fest zu verfrachten. Das 133. Pichelsteinerfest ist schon wieder Geschichte, eine erfreuliche noch dazu. Veranstalter, Schausteller, Polizei und Rettungsdienst zogen gestern eine positive Bilanz. Einziger Wermutsstropfen: Einige zum Teil stark betrunkene Jugendliche.
„Ein tolles Fest“, so die Bewertung von Costa Heppenheimer, der mit zwei Helfern gerade die Reitbahn abbaut. Er gehört mit seinen 20 Pferden schon zum Inventar. Seit 45 Jahren kommt er gerne zum Pichelsteiner. Warum? „Die Leute sind nett und das Geschäft passt auch“.
Diese Erfahrung bestätigt Elisabeth Benkenstein von der Fischbraterei Hann, die seit Jahrzehnten die Festgäste mit frischem Fisch versorgt. Viele Stammkunden seien darunter. Besonders gefragt war dieses Jahr ein später Imbiss: Wenn gegen 1 Uhr die erschöpften oder aufgedrehten Massen aus der Tierzuchthalle strömten, stärkten sich viele mit einem Fisch-Häppchen für den Heimweg oder einen Barbesuch.
Der Durst der Festgäste war dieses Jahr nicht geringer oder stärker als üblich, sagt Bräu Josef Falter jun. Wieviel Festbier durch die Kehlen gelaufen ist, verrät er nicht. Dieses Geheimnis kennt allein die Familie Falter. Bis auf „plus minus 15 Hektoliter“ sei die Menge jedes Jahr die selbe, wundert sich Falter jun. selbst - egal, ob das Wetter bombig ist oder ob’s regnet. Nur der Sonntag mit seinen kühlen Regenschauern hat die Bilanz laut Falter etwas getrübt. Ansonsten spricht er von einem „tollen Fest“ mit guter Stimmung und ohne größere Raufereien.
Obwohl die ersten Festabende in der Tierzuchthalle so turbulent waren, dass die Falters einschritten: Am Sonntag ist die Security-Mannschaft ausgetauscht worden. 700 kaputte Maßkrüge in zwei Nächten wollten sie nicht einfach so hinnehmen. Danach nahmen die Aufpasser ihren Job ernster. Für die betrunkenen Jugendlichen wollen die Falters keine Verantwortung übernehmen: Verantwortlich erziehen müssten schon die Eltern. Nur wer sich als mindestens 16-Jähriger ausweisen kann, bekommt in den Hallen Bier. Eine Bedienung, die diese Regel nicht beachtet, wird fristlos gekündigt, so steht es in jedem Vertrag. Dass immer wieder Schnaps oder Wein mitgebracht wird, beweisen leere Flaschen, die beim Aufräumen in der Tierzuchthalle auftauchen.
Die Bilanz der Polizei, die laut Inspektionsleiter Wilhelm Völkl „sehr positiv“ ausfällt, wird durch „übermäßigen Alkoholgenuss durch Jugendliche“ getrübt. Die Beamten der Inspektion Regen und der Bereitschaftspolizei haben deutlich mehr Platzverweise an angetrunkene und minderjährige Jugendliche erteilt als in den Jahren zuvor. Die Polizei berichtet von „teilweise extremen Alkoholisierungsgraden“, die Berichte an das Jugendamt zur Folge haben (Siehe auch unten stehenden Bericht).
Sechs Schlägereien riefen die Polizei auf den Plan - so viele wie im Vorjahr. Viele Rangeleien konnten rechtzeitig unterbunden werden. Von gravierenden Sachbeschädigungen durch übermütige Festheimkehrer ist der Polizei nichts gemeldet worden. Einen Grund für die erfreuliche Festbilanz sieht der Polizei-Chef im bewährten Einsatz des Sicherheitspersonals und der gesteigerten Präsenz der Polizei.
Nur zwei Autofahrer, darunter einen auswärtigen Polizisten, kostete das Pichelsteinerfest den Führerschein. Auch alkoholbedingte Unfälle waren nicht zu beklagen. In Sachen Parkdisziplin waren etliche Festbesucher weniger vernünftig: Die Polizei stellte an die 100 Verwarnungen aus.
Gut zu tun hatten auch die Sanitäter der Roten Kreuzes. 91 Patienten sind laut BRK-Geschäftsführer Günther Aulinger an den sechs Festtagen versorgt worden, die meisten davon mit kleineren Blessuren. 23 mussten allerdings ins Krankenhaus, 13 mit Kreislaufproblemen - auch bedingt durch zu viel Alkohol-, zehn zur chirurgischen Versorgung. Verglichen mit dem letzten Jahr hat das BRK dieses Jahr aber weniger betrunkene Jugendliche versorgt, stellt Aulinger heraus.

PNP 03.08.2007
Alkohol-Exzesse Jugendlicher: Deggendorf setzt auf Kontrolle
Verstärkte Ausweiskontrollen in den Bierzelten
Ein 14-Jähriger mit zwei Promille Alkohol im Blut, 16-Jährige, die mit deutlich über einem Promille um ein Uhr nachts und später in der Stadt von der Polizei aufgegriffen werden - Alkohol-Exzesse Jugendlicher trüben die positive Bilanz des Pichelsteinerfestes 2007. Die Polizei vermutet, dass das „Vorglühen“ eine Rolle spielt, die Jugendlichen also schon vor dem Festbesuch Hochprozentiges trinken. Einige schmuggeln Schnaps und Wein in die Hallen, wo nur Bier und Radler ausgeschenkt werden - oder versorgen sich am Biermobil.
„Wer unter 16 ist, kriegt kein Bier“, stellt Bräu Josef Falter jun. klar. Wer sich nicht ausweisen kann, wird nicht versorgt. Denn laut Jugendschutzgesetz darf an unter 16-Jährige kein Alkohol ausgeschenkt werden. Diese klare Regel wird immer wieder ebenso klar umgangen: Dann wird halt ein älterer Kumpel zur Bedienung oder an die Schänke geschickt.
In Deggendorf, wo es in der Vergangenheit auf dem Volksfest Probleme mit betrunkenen Jugendlichen, gefälschten Ausweisen und Schlägereien gab, haben Polizei, Jugend- und Ordnungsamt und die Wirte Konsequenzen gezogen: In den Bierzelten und an den Schänken werden jetzt verschärft die Ausweise Jugendlicher kontrolliert. Ein Plastikbändchen am Handgelenk, das nicht manipuliert werden kann, ist für über 16-Jährige dann die Eintrittskarte ins Zelt. Vielen war zuvor gar nicht bewusst, dass unter 16-Jährige ohne erwachsene Begleitung gar nicht in eine Gaststätte oder ein Bierzelt gehen dürfen.
Auch auf dem Pichelsteiner zeigte die Polizei verstärkt Präsenz. Und einige Eltern reagierten überrascht bis verständnislos, wenn Beamte nach 22 Uhr auf dem Festplatz Zehnjährige aufgabelten - und dann bei den Eltern in der Halle ablieferten.

PNP 02.08.2007
Auch jenseits der 70 schmeckt das Festbier
Rund 650 Senioren haben sich gestern wieder zwischen Giggerln und Würsteln entscheiden müssen
Früher hat er für sie Rosen geschossen, für einen gstandnen Jäger kein Problem. Dutzende hat er jedes Jahr mit heim gebracht. „Des braucht’s jetzt nimma“, sagt er heute und hält sich an seiner Radlermass fest. Heute hat er nichts mehr gut zu machen. Vorbei die Pichelsteinertage, an denen er bis weit nach Mitternacht mit seinen Freunden und seinem älteren Bruder Karl unterwegs war. Neben Otto Probst (78) sitzt noch immer seine Elfriede. Eingebüßt haben die beiden an der Kettenkarussell-Fahrtauglichkeit, dafür sind sie um einige Jahre an Lebenserfahrung reicher.
„Früher war es gemütlicher am Pichelsteinerfest“, findet Otto Probst. „Da kannte man jeden. Heut sind wir froh, dass wir von daheim rauskommen und alle Bekannten wenigstens ein Mal im Jahr sehen. Das ist schon Tradition. Wir setzen uns in die Halle und schauen, wer da ist.“
Zum achten Mal waren Otto und Elfriede Probst gestern bei der Bewirtung der Senioren. „Giggerl oder Würstl?“ hat Kurt Fiederling vom Pichelsteiner-Komitee sie gefragt, „Giggerl, wie immer“, haben sie wie aus einem Mund geantwortet. Rund 475 halbe Hendl und 150 Portionen Schweinsbratwürstl waren um 14 Uhr schon von den Regener Senioren verzehrt. „Im letzten Jahr waren rund 600 Leute da und ungefähr 100 Portionen haben wir ans Altenheim und zu immobilen Regenern liefern lassen“, erzählte Fiederling. „In diesem Jahr sind die Zahlen noch höher.“
Gemeinsam mit Helmuth Pfeffer hat Kurt Fiederling an alle Regener Bürger über 70 Jahre, die zwischen 11 und 13 Uhr zur Festhalle gekommen sind, je eine Essens- und eine Biermarke verteilt.
Manchmal ist er sich nicht so ganz sicher, ob eine Dame schon über 70 ist, das ist ihm dann immer peinlich. Aber er hat sich einen guten Spruch überlegt: Er sagt: „Mei, Sie schau’n ja gar ned aus, wia ra Siebzger. Sie ham an ganz an guadn Mo, der Sie guad behandelt, oder?“ Da gibt es dann manchmal kleinere Auseinandersetzungen zwischen den Eheleuten, aber Fiederling ist raus aus der Sache.
Er schaut jedem und jeder Grauhaarigen ganz genau ins Gesicht. Einerseits will er sicher gehen, dass wirklich ein Regener vor ihm steht, der sich von den Falters, der Stadt Regen, den Pichelsteinern und den beiden Kirchen einladen lassen will. Andererseits weiß Fiederling, was die Leute von ihm erwarten: „Die meisten kennt man ja, die wollen dann schon, dass man sie fragt, wie’s ihnen geht.“
Das ist auch der eigentliche Sinn der Veranstaltung: Die alten Leute sollen zusammenkommen, feiern, lustig sein, einen Raum haben zum Ratschen und Sorgen austauschen. Ohnehin kommen nur rund 650 Leute zur Bewirtung der Senioren, obwohl es 1506 Männer und Frauen im Stadtgebiet gibt, die über 70 Jahre alt sind. Darum wollen die Pichelsteiner nicht, dass die Senioren ihr Essen und die Mass Bier mitnehmen, um sie sich zu Hause im stillen Kämmerlein schmecken zu lassen. „Wir machen nur ganz wenige Ausnahmen, wir wollen, dass sich die Leute hier treffen“ so Fiederling.
Am Ende kommt es dann leider immer wieder soweit, dass jemand seine Kräfte überschätzt. Gestern musste in der Mittagshitze ein älterer Herr, der einen Schwächeanfall erlitten hatte, mit dem BRK-Krankenwagen abgeholt werden.

PNP 01.08.2007
Grenzland: Nährboden für begeisterte Europäer
Joseph Daul, Elsässer und Vorsitzender der größten Fraktion im EU-Parlament, sprach gestern beim Pichelsteinerfest
Wenn einer der einflussreichsten Europaabgeordneten zum Tag der Landwirtschaft aufs Pichelsteinerfest kommt, dann lassen sich die Parlamentarier der Region nicht lange bitten. Festredner Joseph Daul, Vorsitzender der größten Fraktion (EVP-DE) im Straßburger Parlament, bescherte der gestrigen Kundgebung nicht weniger als acht Mitglieder von Landtag, Bundestag und Europaparlament. Und auch darüber hinaus einen sehr guten Besuch. Josef Steinhuber, Leiter des Landwirtschaftsamtes Regen-Waldkirchen, übernahm die Begrüßung, Grußworte sprachen danach Bürgermeisterin Ilse Oswald, MdEP Manfred Weber, MdB Ernst Hinsken, MdL Helmut Brunner und Bauernverbands-Kreisobmann Josef Pletl. Ebenfalls als Gäste gekommen waren Euro-Parlamentarier Dr. Ingo Friedrich, die MdL Helga Weinberger, Edeltraud Plattner, Ingeborg Pongratz, Bernd Sibler sowie Landrat Heinz Wölfl. Weil Daul der konservativen Fraktion vorsitzt, der auch die CSU angehört, war ausgiebiges gegenseitiges Schulterklopfen unter den Mandatsträgern unvermeidlich. Allzu tief in die Details der Agrarpolitik wollte der Elsässer Daul in seinem auf Deutsch gehaltenen Vortrag nicht einsteigen. Immerhin machte er sofort klar, dass er das Thema Höfesterben von zuhause kennt. „Ich habe früher mit sieben Hektar Fläche gewirtschaftet, mein Sohn hat jetzt 70“, erzählte er, „in der Zeit haben von zwölf Bauern im Dorf neun aufgehört.“ Von Endzeitstimmung wollte Daul aber nichts wissen. Speziell bei der Milchwirtschaft sei noch genügend Zeit, die Kernfrage gründlich zu klären: Soll es nach 2015 mit oder ohne Milchquote weitergehen? Und darüber hinaus zu entscheiden, welches Entgelt etwa für den Beitrag der Bauern zur Landschaftspflege angemessen ist. Daul verwies auf eine Gemeinsamkeit zwischen Elsass und dem Bayerwald: Die Grenzlage. Seine Heimat sei nach dem Krieg mit der deutsch-französischen Aussöhnung ins Zentrum Europas gerückt, ähnliches sei jetzt mit dem deutsch-tschechischen Grenzraum passiert. Was am Rhein bis heute geschehen ist, empfinde er immer noch als ein Wunder, betonte Daul. „Die Beseitigung der Grenzen in den Köpfen - das ist doch ein guter Grund, ein begeisterter Europäer zu sein!“ Diese Begeisterung auch zu den Menschen zu bringen, das könnten allein die Europaparlamentarier nicht leisten, meinte Daul. Und forderte von seinen Landtags- und Bundestagskollegen: „Bauen Sie in jede Rede drei positive Sätze über Europa ein, Sie werden sehen, das wirkt.“ Denn zu oft dominiere das Bild vom bürokratischen Brüssel, dem Deutschen als Zahlmeister und der angeblichen Überdehnung der Union. Und es gehe unter, wie viele Direktzahlungen nach Bayern fließen oder wie stark die bayerische Wirtschaft von der jüngsten EU-Erweiterung profitiert. „Und dass Regionen für ihre Eigenheiten kämpfen, wie Sie für das Namensrecht Ihres Bärwurz - auch das ist Europa.“ Mit eben diesem Schnaps, aufgetragen von Wald-Königin Andrea Fritz, stießen die Ehrengäste dann aufs Pichelsteinerfest an.

PNP 01.08.2007
Mitternacht am Stadtplatz 14-Jähriger mit zwei Promille
Die Polizei greift mehrere betrunkene Jugendliche auf
Auf dem Pichelsteinerfest und im Innenstadtbereich hat die Polizei am Montagabend und in der Nacht zum Dienstag Jugendschutzkontrollen durchgeführt und dabei mehrere zum Teil stark betrunkene Jugendliche aufgegriffen. Der jüngste und zugleich am stärksten Betrunkene war erst 14 Jahre alt.
Gegen 21.45 Uhr bemerkte eine Streife der Bereitschaftspolizei auf dem Pichelsteinersteg einen jungen Mann, der stark aus der Nase blutete. Der 16-Jährige gab an, von einem ihm bekannten Jugendlichen einen Kopfstoß bekommen zu haben. Der Verletzte wurde zur BRK-Station gebracht, wo er ärztlich versorgt wurde. Ein Alkotest ergab 1,6 Promille. Der Geschädigte und dessen Freundin gaben an, den Täter flüchtig zu kennen.
Vor einer Gastwirtschaft Am Sand haben die Bereitschaftspolizisten gegen 1.15 Uhr einen angetrunkenen Jugendlichen angetroffen. Ein Alkotest ergab bei dem 16-Jährigen einen Alkoholgehalt von etwa 1,1 Promille. Der Jugendliche wurde zur Polizeidienststelle gebracht, wo ihn gegen 2 Uhr seine Erziehungsberechtigten abholten. Vor dem selben Wirtshaus wurde ein 17-Jähriger angetroffen, der es auf einen Alkoholwert von rund 1,7 Promille brachte. Dieser Jugendliche wurde ebenfalls von Erziehungsberechtigten abgeholt.
Beamte der Polizeiinspektion Regen haben gegen 23.30 Uhr hinter einer Tankstelle in der Ruselstraße zwei Mädchen im Alter von 15 Jahren zusammen mit anderen Jugendlichen angetroffen. Die beiden Mädchen rochen deutlich nach Alkohol und räumten ein, den Alkohol von anderen Jugendlichen auf dem Festplatz bekommen zu haben. Als Aufsichtsperson gaben die beiden Mädchen eine Verwandte an, die jedoch auf dem Festplatz nicht auffindbar war. Die Polizisten brachten die Mädchen in eine Pension in der Bachgasse, die sie als Wohnung angaben. Dort übernahm eine Freundin der nicht auffindbaren Aufsichtsperson die Verantwortung für die beiden alkoholisierten Mädchen.
Auf dem Stadtplatz haben die Polizeibeamten kurz nach Mitternacht einen 14-jährigen Buben in Begleitung seines 18-jährigen Bruders angetroffen, den er als Aufsichtsperson angab. Der 14-Jährige war deutlich angetrunken. Ein Alkotest ergab annähernd 2,0 Promille. Auf Befragen gab der Bub an, den Alkohol in einem gastronomischen Zeltbetrieb auf dem Festplatz bestellt, erhalten und auch selbst bezahlt zu haben. Die Bedienung habe ihn nicht nach seinem Alter gefragt. Gegen die Verantwortlichen wird Anzeige erstattet.

PNP 01.08.2007
Gesicht geprellt und Arm zerkratzt Zwei Schlägereien beschäftigen die Polizei

Zu einer Schlägerei in die Tierzuchthalle ist die Bereitschaftspolizei am Montag gegen 22 Uhr gerufen worden. Beim Eintreffen der Beamten wälzten sich noch zwei der Kontrahenten, 22 und 19 Jahre alt, auf dem Boden. Sie wurden getrennt und ihre Personalien festgestellt. Da bei dem geschädigten 19-Jährigen keine Verletzungen festzustellen waren, erteilten die Polizisten beiden Beteiligten einen Platzverweis.
Ein Zeuge wies auf einen weiteren Beteiligten, einen 24-Jährigen hin, der ebenfalls ermittelt wurde. Dieser war offenbar von dem 22-jährigen Beteiligten angegriffen worden. Dabei wurde das T-Shirt des Angegriffenen zerrissen und er erlitt eine leichte Kratzverletzung am Arm. Der Beschuldigte trug bei den Tätlichkeiten Prellungen im Gesicht davon.

Wer hat die Rauferei angezettelt?
Von wem diese verursacht wurden, konnte vor Ort nicht festgestellt werden. Die Polizei muss weiter ermitteln. Der 22-Jährige, der nach bisherigen Erkenntnissen die Tätlichkeiten eröffnet hat, hatte rund 1,6 Promille, die beiden Geschädigten lagen lediglich bei 0,2 und 0,0 Promille.
Dienstag Früh gegen 4 Uhr wurde die Polizei zu einer Schlägerei gerufen. Ein 24-jähriger Festbesucher war nach eigenen Angaben grundlos von einem ihm Unbekannten vor der Tierzuchthalle ins Gesicht geschlagen worden. Beim Eintreffen der Polizei war der Angreifer bereits verschwunden. Weitere Ermittlungen werden eingeleitet.


PNP 31.07.2007
Mit der Kamera dem Eintopf auf der Spur
WDR-Filmteam schaute gestern den Pichelsteiner-Köchen in die Kessel mit rund eineinhalb Tonnen Inhalt
Bekommen es die vier Köche nicht mit der Angst zu tun bei solchen Zahlen? 450 Kilogramm Kartoffeln, je 150 Kilogramm Rind- und Schweinefleisch, 50 Kilo Kalb, je 180 Kilo Karotten und Lauch, 80 Kilo Sellerie, Salz im 25-Kilo-Eimer. Nein, keine Angst, die Stimmung ist bestens in der „Saftküche“ in der Brauerei Falter, in der seit sieben Uhr früh in gigantischen Kesseln der Pichelsteiner zubereitet wird. Das Unternehmen war perfekt vorbereitet, da kann auch das Kamerateam des Westdeutschen Rundfunks die Mannschaft um Festkoch Günther Prinz nicht aus der Ruhe bringen. Am Samstag hatten sie zu acht sieben Stunden lang geschnitten und geschnipselt, alle Zutaten für die fünf verschieden großen Kessel abgewogen und in Plastikkisten verteilt. Prinz und seine Helfer Erich Fuchs, Konrad Weiß und Wolfgang Stoiber müssen sich in der Sauna-Hitze der Küche nur noch die beschrifteten Kiste n greifen. Prinz hat immer die Uhr im Blick, Schlag auf Schlag werden die Zutaten in die Kessel gefüllt. Dazwischen greift der Festkoch in den 25-Kilo-Eimer mit Salz und macht die Vorratspackung Pfeffer leer. Bernd Ax und Markus Belde sind eigens zum Pichelsteiner-Montag aus Köln angereist. In dem Beitrag, den die beiden für den WDR produzieren, geht es nur am Rand um das größte Volksfest im Bayerischen Wald. Die Sendung „Service-Zeit“ widmet sich jeden Freitag ab 18.20 Uhr dem Thema „Essen und Trinken“, dabei werden auch berühmte Gerichte und deren Herkunft beleuchtet. Der Pichelsteiner-Eintopf ist im Rheinland ein Begriff, deshalb machten sich Ax und Belde auf Spurensuche. „Ich war als Kind mal hier in der Gegend im Urlaub“, erinnert sich Ax, „da gab es Pichelsteiner“. Ax gibt offen zu, dass sich seine Begeisterung über den Eintopf damals in Grenzen hielt. Dass Pichelsteiner die Generationen scheidet, das weiß auch Erich Fuchs , der hauptberuflich in der Silberberg-Klinik in Bodenmais kocht. „Wir haben viele jüngere Patienten, da brauch’ ich Pichelsteiner gar nicht auf die Karte setzen“, sagt Fuchs, „da wird gleich gemeutert.“ Im Regener Altenheim, wo Günther Prinz Küchenchef ist, kommt der Eintopf dagegen regelmäßig auf den Tisch. Und wird dort so begeistert gegessen wie gestern Mittag auf dem Pichelsteinerfest.

PNP 31.07.2007
Der Boom erreicht den Bayerwald
Werkleiter von Rohde & Schwarz, Linhardt und Sennebogen verbreiten Optimismus
Eine Arbeitslosenquote von vier bis fünf Prozent, volle Auftragsbücher dank motivierter und kompetenter Mitarbeiter und einer ordentlichen Infrastruktur - der Bayerische Wald bekommt vom aktuellen Wirtschaftsboom ein gutes Stück ab. Das bestätigten gestern beim „Tag der Wirtschaft“ drei Profis mit jahrzehntelanger Praxiserfahrung: Erich Sennebogen, Senior-Chef des gleichnamigen Bagger- und Kranherstellers aus Straubing, Walter Schlicht, Geschäftsführer von Linhardt in Viechtach und Johann Kraus, Werkleiter von Rohde & Schwarz in Teisnach.
Die drei Wirtschaftsbosse aus der Region erwiesen sich nicht als die großen Zugpferde für die Veranstaltung, die Walter Fritz organisiert hatte und moderierte. Gut ein Drittel der Stühle im Faltersaal blieb leer, als die drei Redner den Wirtschaftsaufschwung und seine Auswirkungen auf die Region Donau-Wald analysierten. In seinem Grußwort appellierte MdL Helmut Brunner wegen des bevorstehenden Fachkräftemangels an die Betriebe vorsorglich ausreichend auszubilden. Landrat Heinz Wölfl forderte, trotz des positiven Trends bei Wirtschaftsfördermitteln nachzubessern. MdB Ernst Hinsken richtete den Blick auf die Arbeitsplatz-Situation: Vor zwei Jahren seien Horrorszenarien von einem täglichen Minus von 1000 Arbeitsplätzen bundesweit an der Tagesordnung gewesen. Heute würden es täglich 1000 Arbeitsplätze mehr.
Bürgermeisterin Ilse Oswald listete sichtbare Signale für einen Aufschwung auf: Mehr Lehrerstellen und Unterrichtsstunden; Banken, die Kredite wieder entgegenkommender vergeben; Betriebserweiterungen - das Gewerbegebiet Metten II sei in absehbarer Zeit voll; ein niedergebranntes Werk, das in Windeseile wieder aufgebaut wird - in Regen, und nicht im Ausland.
„Die Trendwende ist geschafft“, bestätigte auch Walter Schlicht von der Firma Linhardt. Aber: Der Boom habe auch nachteilige Auswirkungen - höhere Rohstoffpreise zum Beispiel. Linhardt hatte jüngst mit Lieferschwierigkeiten bei Aluminium zu kämpfen. Der Linhardt-Geschäftsführer plädiert für ein stabiles, kontinuierliches Wachstum - „das schnelle Geschäft war noch nie mein Ding“. Das wertvollste Kapital seien die guten Mitarbeiter aus der Region. Faire Löhne, flexible Arbeitszeiten, flache Hierarchien, ein attraktives Aus- und Weiterbildungsprogramm und Sozialleistungen sorgen laut Schlicht für zufriedene und leistungsfähige Mitarbeiter. Aber auch Kunden und Lieferanten seien offen, verlässlich und fair zu behandeln, so Schlicht.
Netzwerke und Kooperationen, etwa mit Forschungsfirmen oder der Fachhochschule Deggendorf, werden künftig noch wichtiger, so die Prognosen des Linhardt-Chefs.
Eine Lanze für die Deggendorfer FH brach auch Johann Kraus, Werkleiter von Rohde & Schwarz in Teisnach: Sie habe viele Impulse gebracht. Kraus appellierte an MdL Brunner, sich mit allen Kräften für deren Erweiterung stark zu machen. Im internationalen Vergleich stehe die Region gut da - die Infrastruktur passe („ich bin schneller am Flughafen als meine Schwester, die in Fürstenfeldbruck wohnt“), die Energieversorgung sei top („in Asien fällt oft stundenlang der Strom aus“), das Personal, auch das der Partnerbetriebe im Handwerk, sei hoch qualifiziert. Probleme machten aber das Fördergefälle in der EU, die leeren Fördertöpfe und die hohe Steuerlast.
In diese Kerbe schlug auch Erich Sennebogen, der ehemalige Präsident der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft aus Straubing. Die Erbschaftssteuer ist in seinen Augen eine „Strafsteuer“, an der Betriebsübergaben scheiterten - unter anderem seine eigene. Ein Vollblut-Unternehmer sei Gründer, Macher und Gestalter gleichermaßen. Sennebogen wünscht sich bei Unternehmern wie Mitarbeitern Verantwortung und Einsatzbereitschaft: „Mit 35 Arbeitsstunden ist Deutschland nicht aufgebaut worden“. Auch Flexibilität sei unverzichtbar. Mitarbeiter wie Unternehmer müssten zu Veränderungen bereit sein, um Erreichtes zu erhalten.
Das vieldiskutierte Thema „Zeitarbeit“ spielt in allen drei Unternehmen ein Rolle. Zeitarbeiter machen sowohl bei Linhardt, als auch bei Rohde & Schwarz etwa fünf Prozent der Mitarbeiter aus. „Der Kündigungsschutz schnürt uns die Luft ab“, begründete Johann Kraus, warum in seinem Betrieb rund 200 Zeitarbeiter beschäftigt sind. Die Standortbedingungen, vor allem die Versorgung mit Fachkräften, bewerteten die drei Redner als zufriedenstellend. Der Gewerbesteuer-Hebesatz sei in Viechtach sogar besser als in Sachsen, nannte Schlicht ein Beispiel. Der Linhardt-Werkleiter kritisierte aber, dass das Vorzeige-Industriegebiet in Viechtach zu schlecht vermarktet werde.

PNP 30.07.2007
Pichelsteiner-Splitter

Polizei: Die ersten beiden Festabende waren ruhig
„Ein paar kleinere Rangeleien, aber keine großen Sachen“, so fasst die Polizeiinspektion die ersten beiden Abende beim Pichelsteinerfest zusammen. Nichts bekannt wurde auch von alkoholbedingten Verkehrsunfällen. Fazit der Polizei: Wenn’s so weitergeht, dann passt’s.

Diese Scherben bringen niemandem Glück
Richtig rund gegangen ist es an den ersten beiden Abenden wieder in der Tierzuchthalle, in der Partybands am frühen Abend damit beginnen, Stimmung zu machen. Schlecht bekommt das den Trinkgefäßen. An den ersten beiden Pichelsteiner-Abenden zerschellten in der Tierzuchthalle rund 700 Masskrüge, ein Wert, der in etwa auf dem Niveau des Vorjahrs liegt, wie Elisabeth Falter sagt. In den kommenden Tagen soll der Sicherheitsdienst in der Tierzuchthalle verstärkt darauf achten, dass etwas pfleglicher mit den gläsernen Masskrügen umgegangen wird. Dass nicht allein das Festbier verantwortlich ist, wenn bei den Besuchern der Alkoholpegel (zu) hoch ist, zeigt sich beim Aufräumen in der Tierzuchthalle. Viele Schnapsflaschen werden in die Halle geschmuggelt.

Prächtige Fontänen trotz eines Lecks im Auftriebskörper
Nach dem U-Boot-Prinzip werden die schweren Pumpen und Düsen und Arme der Wasserspiele im Wasser auf optimalem Niveau gehalten. In Auftriebskörpern lässt sich die Menge der Luft verringern oder erhöhen, die Anlage sinkt oder steigt. Kleines Problem für die Wasserspieler vom THW: Ein luftgefüllter Auftriebskörper ist undicht, er verliert unkontrolliert Luft, mehrmals täglich muss nachgefüllt werden.


PNP 30.07.2007
Die Gondelfahrt: Feurig und nass und bayerisch-böhmisch
Auch ein Regenschauer kann die gute Stimmung nicht trüben - Viel Beifall für die Gondler und für den neuen Sprecher Günther Arend
Langsam dämmert es in der feierfreudigen Stadt Regen. Die Kapellen schicken ihre Trompetenklänge in den Abendhimmel oder in den schwülen Bierdunst der Hallen auf dem Pichelsteinerfest. Sie wollen die Besucher noch einen Moment festhalten, aber es gibt kein Halten mehr.
Schon eine halbe Stunde vor dem Ablegen der Gondeln von der Kurparkinsel strömen die Festgäste auf Brücken, Wege und Stege entlang des Regen. Wer rechtzeitig versäumt hat, einen Blick auf die Uhr zu werfen und jetzt noch schnell auf seine Gondel will, muss einige Ellbogenhiebe einstecken.
Der Nachfolger von Ilse Oswald am Mikrofon von „Radio Pichelsteiner“, Moderator Günther Arend, versteht sein neues Amt. Der Oberstleutnant im Panzergrenadierbataillon 112, der seit 2002 Mitglied im Pichelsteinerkomitee ist, spricht ruhig und bedächtig. Er hat sich beim Chef der Pichelsteiner Gondler, Edwin Stoletzky, gut informiert. Jetzt hat die Gondelfahrt eine männliche Stimme; und eine, die nicht dialektgefärbt ist.
Die Hauptperson des Pichelsteinerfestes, der Herr über Rind-, Kalb- und Schweinefleisch, Festkoch Günther Prinz, treibt als erstes mit einer Gruppe kleiner Köche im Dämmerlicht auf seiner Gondel den schwarzen Regen hinab. Noch vor dem Stadtwappen schwimmt die auf ein schwarzes Schlauchboot geschnallte Bierstube mit Sepp Falter jun., Siegi Oswald und dem Konterfei des Bürgerbräus, Johann Baptist Falter, dem Gründer der Brauerei Falter. Sie ist so vollgepackt mit Trinkfreudigen, dass sie auf ihrer Fahrt gefährlich unbalanciert den kaum vorhandenen Strömungen des Flüsschens gerade noch standhält. Jeden Moment droht sie umzukippen, wie ein Gast, der Falters 5,9-prozentigem Festbier zu sehr zugeneigt war. Junge Männer der Wasserwacht, geschützt von Neoprenanzügen, stehen vor den bunt erleuchteten Wasserspielen und bringen die Bierstube auf den richtigen Kurs Richtung Brauerei und Riesenrad.
Das Motto der diesjährigen Gondelfahrt lautet: „Bayern - Böhmen: 1500 Jahre Nachbarschaft.“ Von der ersten Mottogondel winken die Burgfreunde Weißenstein, die - gekleidet in hochherrschaftliche Gewänder und in Mönchskutten - die Rodung der bayerischen und böhmischen Wälder zum Thema gewählt haben. Sobald die Wege passierbar waren, begann der Handel zwischen den beiden Landstrichen. Schmuggler und mehr oder weniger ehrliche Händler sorgten für monetären und kulturellen Austausch, dargestellt auf der „Säumerweggondel“. Auch zu Wasser gab es Beziehungen zwischen Bayern und Böhmen, auf einer weiteren Gondel fand der Heilige Johannes Nepomuk von Prag Platz, verehrt als Brückenheiliger und Schutzpatron der Priester und Bootsfahrer. Die erste Zugverbindung gab es Ende des 19. Jahrhunderts und so hat es auch eine ausgewachsene, aus Sperrholz zusammengeklebte und -verschraubte mit Dutzenden Lichtern geschmückte Dampflokomotive auf eine Gondel geschafft. Auf der „Aus Böhmen kommt die Musik“-Gondel wurde getanzt und musiziert.
Eines der wichtigsten Handelsgüter war das Glas, was Niederschlag in einer Glashüttengondel fand: So farbenfroh und abwechslungsreich die Gondeln gestaltet waren, so unangenehm wurde es plötzlich, als der Himmel seine Schleusen öffnete und die Gondler schneller paddeln ließ. Die Nationalparks Bayerischer Wald und Sumava trieben auf dem schwarzen Gewässer, auf der Gondel sagten sich nicht Fuchs und Hase gute Nacht, sondern Wolf, Luchs und Auerochse. Gefolgt wurden die Nationalparkdarsteller von der Gruppe, die das Freizeit- und Erholungsgebiet Bayer- und Böhmerwald repräsentierte. Wer fürs junge Publikum grusliger anzuschauen war, ob der feuerspeiende Drache oder Glashüttenkobold Turandel, schaurig-schön gespielt von Manfred Homolka, war nicht herauszufinden. Die meisten Zuschauer wurden ohnehin von den kräftigen Regenschauern unter die - ihnen die Sicht raubenden - Schirme vertrieben.

PNP 30.07.2007
Dieser Festzug war wirklich ein Fest
Feuchter Beginn und starkes Ende - 23 Fußgruppen und so viele Tiere wie noch nie machen den Zug richtig lebendig
Ein seliges Lächeln im Gesicht, die Arme ganz weit ausgebreitet, so als wolle er das große Pichelsteinerglück fassen, so stand Manfred Homolka gestern Nachmittag am Stadtplatz. Da wusste der Festzuggestalter der Pichelsteiner, dass ihm in diesem Jahr wieder einmal ein ganz besonderer Festzug gelungen war. Besonders lang mit seinen sieben Musikkapellen und 21 Festwägen, mit dem Zehnerzug der Brauerei Falter und dem Dampf- und Dreschwagen, mit den 23 (!) Fußgruppen, den vielen Reitern, Kutschen, kleinen Köchen . . .
Dabei hatte es eine Stunde vorher noch gar nicht gut ausgesehen. Max Pletl dirigierte die Aufstellung auf der Panzerstraße, als letzter rollte Fred Ernst aus Oberneumais mit seinem Gespann an, wendete geschickt auf der Staatsstraße und reihte sich ein als Wagen mit der Nummer 12. Die Schulszene war auf seinem Gefährt zu sehen, und die Oberneumaiser spielten Schüler und Lehrer. Mit Liebe zum Detail: Auf einem Leiterwagerl hatten sie ein vergrößertes Zeugnis dabei, von Anna Ernst aus Oberneumais, Jahrgang 1896. Lauter „Sehr gut“, mit zwei Ausnahmen: Singen und Rechnen, da gab es für die Anna Ernst nur ein „Gut“.
„75 Jahre Stadt Regen“ war das Motto des Festzugs. Dass eine Stadt mehr ist als eine Ansammlung von Häusern, das war beim Zug zu spüren. Eine Stadt ist auch eine Gemeinschaft. Wie sie auch die bunt gemischte Gruppe der evangelischen und der katholischen Gemeinde bildete, angeführt von den beiden Pfarrern Josef Ederer und Hans Rohmer. Verkörpert wurde diese Gemeinschaft auch von den vielen Vereinen und Gruppen, die beim Zug dabei waren.
Wer 75 Jahre alt geworden ist, der hat nicht nur Schönes erlebt, und so bauten die Festzugmacher Manfred Homolka und Fritz Müller auch dunklere Momente der Stadtgeschichte in den Festzug ein. Das Schicksal der Vertriebenen wurde auf einem Wagen und mit einer Fußgruppe thematisiert. Von der Teilnehmerin am Festzug verwandelte sich Bürgermeisterin Ilse Oswald am Stadtplatz zur Zuschauerin. Sie wirkte ziemlich glücklich, als sie das betrachte, was eine Gemeinschaft wie die Stadt Regen auf die Beine stellen kann, wenn sie zusammenarbeitet.

PNP 28.07.2007
Auftakt nach Maß - und mit drei Schlägen
Der kleine Festzug zum Pichelsteinerfest-Auftakt - Bürgermeisterin Oswald souverän bei ihrer Anzapf-Premiere
Ein bisschen nervös war Bürgermeisterin Ilse Oswald schon, als ihr Wastl Weinberger die grüne Schürze umband, ihr den Wechsel und den Schlegel reichte, auf dass sie zum ersten Mal in ihrer Amtszeit ein erstes Fass Pichelsteiner-Festbier anzapfe. Der Blick wurde konzentriert, ein kurzes Probeschwingen, dann der erste kräftige Schlag, noch einer und noch einer - und der Wechsel saß bombenfest. Arme hochgereckt, Erleichterung im Blick, pure Freude bei der 1. Bürgermeisterin. Aber sie gönnte sich nur einen ganz kurzen Moment des Triumphs, denn gleich machte sie sich daran, die ersten Krüge zu füllen. Denn die Pichelsteinerkomiteemitglieder schauten schon ziemlich durstig.
Es war ein Auftakt nach Maß für das 133. Pichelsteinerfest. Als Willy Ertl um Punkt 16 Uhr den dritten Böller zündete, zuckten die Rösser vor dem Bräuwagen und vor der Ehrenkutsche kurz. In ihr hatten Festwirtin Elisabeth Falter, Pichelsteiner-Vizepräsident Kurt Fiederling und Ehrenmitglied Alfons Limböck Platz genommen. Bei aller Vorfreude aufs Fest, ein wenig wehmütig waren sie auch. Denn mit Fritz Müller und Anton Ruderer fehlten zwei Urgesteine der Pichelsteiner bei diesem Auszug wegen Erkrankung.
Der jüngste Teilnehmer beim Auszug saß auf dem Kutschbock des Fässerwagens: Josef Falter fand es da ganz angenehm, sicher kutschiert von Onkel Thomas Falter. Und Opa Sepp Falter an der Bremse hatte alles im Griff.
Die Stadtkapelle Regen und der Brauereiwagen mit den Bedienungen im Gefolge machten den Auftakt beim Auszug, hinter Pichelsteinerkomitee und Stadtratsmitgliedern kam Festkoch Günther Prinz mit Gefolge und den kleinen Köchen. Ein Blickfang waren wieder der Spielmannszug und die Regener Schützen. Wie sie vielleicht ausgesehen haben, die Gründer des Pichelsteinerfests, das zeigten die Mitglieder der Theatergruppe „Schwarzer Leberkas“.
Damit war der Auszug aber noch nicht vorbei. Die Regener Fischer, die in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag feiern, waren beim Auszug auch mit einer sehr stattlichen Gruppe dabei, genauso wie die Eisschützen des EC Moizerlitz, die in ihrer Halle neben der Tierzuchthalle das Pichelsteinerschießen veranstalten.

PNP 27.07.2007
Heute ist endlich Pichelsteinerfreitag

Mitte der 90er Jahre sind die Gruppen entstanden, die an jedem Abend in einheitlichem Outfit das Pichelsteinerfest besuchen, um dort in geselliger Runde Mass um Mass dzu stemmen. Die Wiege der jugendlichen Männergruppen steht im Regener Freibad. Einst hatte der Bademeister, der „Sturm Mich“, die Gruppe „Six Days“ zusammen mit Sigi Strehl gegründet. Auf ihren T-Shirts, die eine sechsstufige Treppe zierte, hatten sich die „Six Days“ (das Pichelsteinerfest dauert bekanntlich sechs Tage) von den Bedienungen den täglichen Besuch quittieren lassen. Diese Formation gibt es seit 2003 nicht mehr, aber sie hat Kinder gekriegt.
Heute stellt Christoph Probst die Gruppe „In-Team“ vor „Uns gibt es erst seit 2005, wir sind somit die jüngste Gruppe am Pichelsteinerfest. Wir glauben, dass wir uns einen Platz beim Umzug oder auf der Gondelfahrt erst noch verdienen müssen, vielleicht sind wir da im nächsten Jahr dabei. Unsere 33 Mitglieder sind zwischen 16 und 22 jung. Besonders an uns ist wohl, dass bei uns auch Mädels mitmachen dürfen. Bei uns macht das keinen Unterschied, ob Männlein oder Weiblein. Zur Zeit haben wir sieben Mädels. Die feiern nicht weniger wild als wir, brav sind die auch nicht, wenn auch vielleicht a bisserl vernünftiger beim Trinken.“

PNP 26.07.2007
Die Serenade stimmt aufs Pichelsteinerfest ein

Ein Hauch Pichelsteinerfeststimmung ist heute, Donnerstag, im Kurpark zu spüren. Es ist Tradition geworden, dass das Blasorchester der Stadt Regen mit einer Serenade auf das Heimatfest einstimmt. Dirigent Roland Döringer hat mit seinen Musikerinnen und Musikern in den vergangenen Wochen fleißig geübt. Märsche, Modernes und Klassisches hat das Blasorchester der Stadt Regen im Repertoire. Beginn der Serenade am Kurpark-Pavillon ist um 19.30 Uhr. Für Bewirtung ist gesorgt.

PNP 26.07.2007
Polizei warnt Fest-Falschparker: Es wird konsequent abgeschleppt

Die Parkprobleme beim Pichelsteinerfest 2007 werden vermutlich noch ein bisschen größer als in den Vorjahren. Darauf weist die Polizeiinspektion hin. Und sie warnt: Wer falsch parkt, dessen Auto wird abgeschleppt.
Wegen Platzmangels müssen die Schaustellerfahrzeuge heuer am westlichen Bereich des Festplatzes abgestellt werden. Dieser diente bisher als Zufahrtsweg für Feuerwehr und Rettungsdienste. Um für die Einsatzkräfte den Weg frei zu halten, ist in der Deggendorfer Straße im Bereich des Festplatzes eine Feuerwehrzufahrtszone bzw. ein absolutes Halteverbot angeordnet. Zudem wurde in der Pfleggasse das bestehende Halteverbot stadtauswärts bis zur Blumenstraße erweitert, um das wilde Parken der vergangenen Jahre zu vermeiden. Zum Teil blockierten hier die Parker die Feuerwehrfahrzeuge. Park-Tipp der Polizei: Das Parkdeck.

PNP 26.07.2007
Noch ein Tag bis zum Pichelsteinerfest

Mitte der 90er Jahre sind die Gruppen entstanden, die an jedem Abend in einheitlichem Outfit das Pichelsteinerfest besuchen, um dort in geselliger Runde Maß um Maß die durstigen Kehlen runterlaufen zu lassen. Die Wiege der jugendlichen Männergruppen steht im Regener Freibad. Einst hatte der Bademeister, der „Sturm Mich“, die Gruppe „Six Days“ zusammen mit Sigi Strehl gegründet. Auf ihren T-Shirts, die eine sechsstufige Treppe zierte, hatten sich die „Six Days“ (das Pichelsteinerfest dauert bekanntlich sechs Tage) von den Bedienungen den täglichen Besuch quittieren lassen. Diese Formation gibt es seit 2003 nicht mehr, aber sie hat Kinder gekriegt.
Heute stellt Stefan Brunnbauer das „Team-X-treme“ vor. „Wir sind 24 Leut zwischen 21 und 25, wir kennen uns von der Realschule und unsere einzige Regel ist: „Sechs Tage Riesenparty feiern ohne Masszwang“. Natürlich trinkt bei uns jeder soviel wie er kann und mag, aber mit Komasaufen hat das nichts zu tun. Das Schönste ist für uns, dass wir lang Vermisste wiedersehen, also Leute, die zum Arbeiten woanders hin gegangen sind. Die kommen dann zum Pichelsteinerfest alle wieder her. Uns erkennt man an unseren neuen roten Trikots. Das Falterwappen tragen wir auf der Brust beim Herzen und unser Maskottchen ist der Bawist, ein kleiner Schlumpf und unser eifrigster Begleiter. Unser Trikotmotto heißt: „The real life is being drunken“ und nur falls einer meint, wir wüssten nicht, dass das grammatikalisch falsch ist: Das ist uns schon bewusst.“

PNP 25.07.2007
Noch zwei Tage bis zum Pichelsteinerfest

Mitte der 90er Jahre sind die Gruppen entstanden, die an jedem Abend in einheitlichem Outfit das Pichelsteinerfest besuchen, um dort in geselliger Runde Maß um Maß die durstigen Kehlen runterlaufen zu lassen. Die Wiege der jugendlichen Männergruppen steht im Regener Freibad. Einst hatte der Bademeister, der „Sturm Mich“, die Gruppe „Six Days“ zusammen mit Sigi Strehl gegründet. Auf ihren T-Shirts, die eine sechsstufige Treppe zierte, hatten sich die „Six Days“ (das Pichelsteinerfest dauert bekanntlich sechs Tage) von den Bedienungen den täglichen Besuch quittieren lassen. Diese Formation gibt es seit 2003 nicht mehr, aber sie hat Kinder gekriegt.
Heute stellt Michael Probst die „Da ’saimst 78“ vor: „Unsere Leute sollten schon mindestens vier Mal aufs Pichelsteiner gehen. Sonst gibt’s bei uns keine Regeln, außer, dass nicht geschlägert wird. Sowas wie die Maßkrugschlägerei vor ein paar Jahren, das wollen wir hier nicht haben. Es geht uns einfach nur um den Spaß an der Freud’. Wir sind 24 Männer zwischen 24 und 34; Frauen oder Auswärtige kommen bei uns nicht rein.“

PNP 24.07.2007
Mit Volldampf in Richtung Gondelfahrt
Das Spektakel beim Pichelsteinerfest steht unter dem Motto „Bayern - Böhmen 1500 Jahre Nachbarschaft
Auf dem Tisch liegt neben dem Farbtopf und dem Pinsel das Merian-Heft „Prag“. Schon etwas älter und zerlesen ist das Heft. Aber Edwin Stoletzky schaut gerne hinein. Neben dem Merian-Heft liegt ein Katalog mit historischen Dampflok-Modellen. Auch der ist wichtig für die Arbeit von Stoletzky. Er ist der Hauptverantwortliche für die Gestaltung der Pichelsteiner-Gondelfahrt, und die läuft in diesem Jahr quasi im Rahmenprogramm der Bayerischen Landesausstellung „Bayern -Böhmen - 1500 Jahre Nachbarschaft“. Deshalb das Merian-Heft mit den Prager Ansichten. Aber der Katalog mit den Dampfloks? Wie passt die zum Thema der Gondelfahrt? Die Eisenbahn war eine wichtige Verbindung zwischen Bayern und Böhmen, und den riesigen Grenzbahnhof in Eisenstein teilt die Grenze zwischen Bayern und Böhmen. Und so wird auf dem Regenfluss auch der Spitzberg-Tunnel mit einer Dampflok auf einem Boot mitgondeln.
„Das Thema ist schon sehr gut, das gibt viel her“, sagt Stoletzky. Die Rodung des Nordwalds durch den Mönch Gunther, der dann weiter nach Böhmen zog, wird auf einer Gondel dargestellt, der heilige Nepomuk, es gibt eine Gondel, die sich den Nationalparken im Bayerischen Wald und im Böhmerwald widmet, die bayerische und böhmische Glasmacherkunst wird verewigt sein, der Säumerweg - und auf einer Gondel wird der Glashüttengeist Turandl sein Unwesen treiben. In der Turandl-Maske steckt kein Gondler, sondern ein Mann, der mit dem Glas lebt und arbeitet und der beim Pichelsteinerfest für den Festzug zuständig ist: Manfred Homolka. Weil aus Böhmen ja auch die Musik kommt, dürfen Musikanten auf einer Gondel nicht fehlen.
Seit Mai sind Edwin Stoletzky und seine Helfer aktiv, Zeitdruck haben sie in diesem Jahr keinen. Auch wenn es vor zwei Wochen einmal so kühl und feucht in der Halle war, dass die Farbe nur sehr langsam getrocknet ist.
In diesen Tagen geht es nur noch um den Feinschliff, „und um die Elektrik“, wie Stoletzky sagt. Entweder aus starken Batterien oder aus kleinen Aggregaten kommt der Strom für die Beleuchtung der Gondeln. Neben Stoletzky gehören Franz Freudenstein und Hans Eisner zur festen Gondel-Truppe. Zum ersten Mal dabei sind Alex Sommer und Herbert Ganserer als Helfer. Und noch ein Gast lässt sich in diesem Jahr ganz oft bei den Gondlern sehen: Pichelsteinerkomitee-Mitglied Günther Arend. Denn Arend wird in diesem Jahr zum ersten Mal die Gondelfahrt moderieren und damit das Amt übernehmen, das über lange Jahre Ilse Oswald inne hatte. Als letzte Gondel wird Arend die ankündigen dürfen, die traditionell die Gondelfahrt beschließt, auch wenn sie nicht so richtig zum Motto passt: Die Gondel mit dem feuerspeienden Drachen. Aber vielleicht waren vor 1500 Jahren zwischen Bayern und Böhmen die Drachen noch rudelweise unterwegs.

PNP 24.07.2007
Noch drei Tage bis zum Pichelsteinerfest

Mitte der 90er Jahre sind die Gruppen entstanden, die an jedem Abend in einheitlichem Outfit das Pichelsteinerfest besuchen, um dort in geselliger Runde Maß um Maß die durstigen Kehlen runterlaufen zu lassen. Die Wiege der jugendlichen Männergruppen steht im Regener Freibad. Einst hatte der Bademeister, der „Sturm Mich“, die Gruppe „Six Days“ zusammen mit Sigi Strehl gegründet. Auf ihren T-Shirts, die eine sechsstufige Treppe zierte, hatten sich die „Six Days“ (das Pichelsteinerfest dauert bekanntlich sechs Tage) von den Bedienungen den täglichen Besuch quittieren lassen. Diese Formation gibt es seit 2003 nicht mehr, aber sie hat Kinder gekriegt.
Heute stellt Thomas Kißlinger die „Young Six Days“ vor: „Bei uns ist es wie bei den legendären „Six Days“ Bedingung, auch wirklich sechs Tage zum Fest zu gehen. Was wir sonst noch ernst nehmen? Die Musikauswahl. Wichtig ist uns, dass die Musik tanzbar ist, Stimmung macht, dass die Bands die aktuellen und die Sommerhits, Schlager und Old-School draufhaben und dass sie mitfeiern. So auf der Bühne Festgenagelte, die taugen nix. Jetzt hoffen wir mal, dass es nicht regnet. Und für den Umzug am Sonntag wünschen wir uns, dass es nicht zu heiß wird. Da sitzen wir nämlich wieder im Brauereifassl drin.“

PNP 18.07.2007
Pichelsteinerfest: Biermobil-Nächte bleiben lang
Große Mehrheit im Stadtrat stimmt für den Vorschlag aus der Sicherheitsbesprechung
Es bleibt dabei: Die Nächte auf dem Pichelsteinerfest werden auch weiterhin am Biermobil der TSV-Fußballer ausklingen dürfen. Wie der Stadtrat gestern Abend beschlossen hat, gelten beim kommenden Pichelsteinerfest die Sperrzeiten, die nach der Besprechung zwischen Stadt, Veranstaltern, Polizei und Rettungsdiensten vorgeschlagen worden sind. Ausschankschluss ist in der Festhalle um Mitternacht, in der Tierzuchthalle um 0.30 Uhr. Das Biermobil der Fußballer hat am Pichelsteinerfreitag und -samstag bis um 3 Uhr geöffnet, an den übrigen vier Festtagen bis um 2 Uhr. Bisher hatte das Biermobil auch an den übrigen Tagen bis um 3 Uhr geöffnet.
Stadträtin Bärbel Köppe (CSU) hatte beantragt, den Ausschank am Biermobil mit dem Ausschank in den Hallen enden zu lassen. „Wir müssen auch als Stadt ein Zeichen setzen gegen Alkoholmissbrauch“, meinte sie in der Sitzung und betonte, dass sie nicht dagegen sei, dass die TSV-Fußballer mit dem Stand Geld für die Jugendarbeit verdienen würden.
1. Bürgermeisterin Ilse Oswald betonte die Tradition des TSV-Stands und dass am Biermobil darauf geachtet würde, dass kein Alkohol an Jugendliche ausgeschenkt wird.
„Die Stadt nimmt die Sache ernst“, meinte Otto Pfeffer (FWG), „das sieht man ja auch daran, dass es seit zwei Jahren eine Sicherheitsbesprechung für das Fest gibt.“
Eine kleinere Reiberei gab es über die Abstimmungsmodalität. Bärbel Köppe meinte, dass ihr Antrag unter den Tisch gewischt werde, da zuerst über den Vorschlag des Hauptverwaltungsausschuss (HVA) abgestimmt werden sollte. Als 2. Bürgermeister Fritz Treml erwiderte, dass es immer so sei, dass zuerst über den HVA-Vorschlag abgestimmt würde, warf Köppe Treml „oberlehrerhaftes Verhalten“ vor. Treml wiederum konterte das mit einem „Ich würde Sie bitten, sachlich zu bleiben“.
Mit der deutlichen Mehrheit von 17:6 Stimmen hat das Gremium schließlich beschlossen, die Sperrzeiten beim Pichelsteinerfest so zu regeln, wie sie beim Sicherheitsgespräch vorgeschlagen worden waren.

PNP 17.07.2007
Die Pichelsteiner-Köche-Kinder haben eine neue Chefin
Ja, sie war selber einmal dabei in der weißgewandeten Schar der kleinen Pichelsteiner-Köche, die beim Ausmarsch und beim Festzug immer belebendes Element sind. So lange ist es noch gar nicht her, dass Kristina Falter „Des Pichelstoana, des schmeckt guad“ in den Regener Himmel rief. In diesem Jahr ist Kristina Falter (22) zum ersten Mal mit verantwortlich für die Betreuung der kleinen Köche, gemeinsam mit Pichelsteinerkomitee-Mitglied Christa Limböck. 1. Bürgermeisterin Ilse Oswald hat diese Aufgabe abgegeben, „leicht wehmütig“, wie sie sagt. Aber die Repräsentationspflichten einer Bürgermeisterin lassen sich nicht vereinbaren mit der Betreuung der rund 100 kleinen Pichelsteiner-Köche. Am morgigen Mittwoch ist die Einkleidung der Köche, und auch Kristina Falter durfte sich für ihr neues Amt neu einkleiden. Am Montag stand der Dirndl-Kauf auf dem Programm.

PNP 16.07.2007
Die Wasserspiele: Eine luftige Sache
Großeinsatz für das THW und einen Schwerlastkran
Samstagmorgen 7 Uhr, der THW-Ortsverband Regen ist mit gut 20 Mann im Einsatz, im Großeinsatz. Denn einige Tonnen Wasserspieltechnik für das Pichelsteinerfest müssen heute an ihrem Platz im Regenfluss verankert werden. Vor der Tierzuchthalle steht der Schwerlastkran der Firma Mühlbauer. Aus fünf großen Anlagen bestehen die Wasserspiele. Eine nach der anderen hebt sie der Kran in den Fluss. Passagier in luftiger Höhe ist Georg Gigl, Kranspezialist beim THW. Am Ufer gibt Helmuth Pfeffer, Wasserspiele-Boss im Pichelsteinerkomitee, knappe Anweisungen. Die Männer wissen, was sie zu tun haben. Helmut Pfeffer, Georg Wenig, Markus Bartl und Uwe Resch sind im Pichelsteinerkomitee für die bunten Fontänen zuständig, die an den sechs Festtagen den Regenfluss verzaubern.
Ist die Technik im Wasser, wird sie an eine Seilwinde gehängt, die sie Richtung Sparkassen-Insel schleppt. Die schwimmenden Wasserspiele werden dort verankert, dann beginnt die aufwändige Installation. Hunderte Kabel müssen angeschlossen werden, die Druckluftleitungen; und dann kommt der spannende Augenblick, wenn zum ersten Mal eingeschaltet wird.

PNP 16.07.2007
Wie lange sind Pichelsteiner-Nächte?
Stadtrat entscheidet über Antrag, das Biermobil eher zu schließen
Preiserhöhungen in der Stadtbücherei und für Eintrittskarten zur Flussbühne stehen in der nächsten Sitzung des Stadtrates zur Debatte. Sie beginnt am Dienstag, 17. Juli, um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Außerdem steht noch ein brisanter Antrag von Stadträtin Barbara Köppe auf der Tagesordnung. Sie hatte den Antrag gestellt, die Öffnungszeiten des TSV-Biermobils beim Pichelsteinerfest an die Öffnungszeiten der Bierhallen anzugleichen und somit deutlich zu verkürzen.
Bei den Baugesuchen geht es unter anderem um Pläne der McDonald’s GmbH, die ein Eingangsportal plant, den Gastraum erweitern und die Fassade ihres Restaurants umgestalten will. Die Atlas Bau GmbH will auf dem Areal der ehemaligen Molkerei einen Einkaufsmarkt bauen.
Weitere Tagesordnungspunkte: Antrag Reinhold Oswald auf Anordnung verkehrsrechtlicher Maßnahmen im Bereich Bärndorf/Weizau; Verkehrssituation in der Ortschaft Oleumhütte; Antrag des Stadtratsmitglied Josef Weiß auf Beschilderung der Ortsdurchfahrt mit „30 km/h - der Kinder wegen“ sowie Kennzeichnung des Regentalradweges; Antrag Karl Ziegaus, Regen, auf Baumfällung im Bereich Mittlere Bachgasse/Pfleggasse; Elektrischer Anschluss der Pumpstation Weißenstein-Süd; Vergabe; Eisstadion Regen: Maßnahmen zur Attraktivierung des Discoeislaufes; Antrag der Dorfhelferinnen und Betriebshelfer in Bayern GmbH auf Gewährung eines Zuschusses; Antrag der Kath. Erwachsenenbildung auf Zuschuss.

PNP 13.07.2007
Die Lektüre vor dem Pichelsteiner-Festgenuss

Seit einigen Tagen liegt in Regen wieder das kleine Heft für die feierfreudigsten Tage in Regen auf, die Pichelsteiner haben das Programm für das 133. Pichelsteinfest in Regen veröffentlicht. Alle wichtigen Termine - von der Pichelsteiner-Serenade bis zum Pichelsteiner-Feuerwerk - finden sich in dem Info-Heftchen. Wer sich nicht nur analog, sondern auch digital über das Fest informieren will, der muss sich ins Netz begeben. Unter www.pichelsteinerfest.com gibt’s (fast) alles über das Fest.

PNP 12.07.2007
Sie packen 75 Jahre auf 16 Wägen
Vorbereitung für den Pichelsteiner-Festzug ist sehr gut in der Zeit - Motto: 75 Jahre Stadt Regen
Als er die Urkunde sah, da war Manfred Homolka schwer enttäuscht. Die Urkunde, die die Erhebung Regens vom Markt zur Stadt belegt, die hatte er sich irgendwie prächtiger vorgestellt: Dickes Pergament, der Text in altertümlicher Fraktur-Schrift, roter Siegellack - so erschien die Urkunde vor Homolkas geistigem Auge; und er stellte sich vor, wie diese prächtige Urkunde riesig vergrößert auf dem ersten Wagen des Pichelsteiner-Festzugs wirken würde. In der Realität sieht die Urkunde ein bisschen nüchterner aus: Ein windiges Blatt Papier, beschrieben mit einer Schreibmaschine, deren Typen nicht mehr das schärfste Schriftbild ergeben. „Naja, dann hamma eben diese Urkunde vergrößert für den Wagen“, sagt Homolka. Und wer das Original kennt, der muss zugeben, dass die Festzugs-Urkunde glatt ein bisschen besser aussieht.
„75 Jahre Stadt Regen“ ist das Motto des Pichelsteiner-Festzugs in diesem Jahr. Das Jubiläum ist ein Grund zum Feiern, auch wenn die 75 Jahre nicht immer lustig waren. Das ist auch auf einem der Festzugs-Wägen zu sehen. Graugesichtige Menschen, schwer bepackt, Kinder an der Hand, sind auf einem Wagen zu sehen. Flüchtlinge mit müden Gesichtern, die nach dem 2. Weltkrieg zu Hunderten nach Regen gekommen sind. Wahrscheinlich der beeindruckendste Wagen, aber laut Homolka „auch nicht ganz unproblematisch, weil die Leute, die einen Festzug anschauen, wollen ja eher fröhliche Sachen sehen“, wie er sagt.
Gut, die bekommen sie auch zu sehen. Auf dem Wagen mit dem alten Klassenzimmer zum Beispiel. Im Rathaus-Dachboden haben sich noch ganz alte Pulte gefunden, eine alte Schultafel, die die findigen Festzugmacher auf den Wagen montiert haben. „In diesem Jahr sind wir sehr gut in der Zeit“, sagt Fritz Müller (81), der Senior und mit Manfred Homolka der Kopf der Festzügler. „Da Manfred zeichnet, i schau, wie ma’s machen“, beschreibt Müller die Arbeitsteilung. Arbeitsteilung praktizieren Müller und Homolka auch auf anderem Gebiet: „I schimpf eahm; und er schimpft mi“, sagt Müller. Als ehemaliger Polier auf Großbaustellen weiß er, wie wichtig die Versorgung mit Material und die richtigen Anweisungen für die Mitarbeiter sind. Die Versorgung hat gepasst, die Mitarbeiter haben gepasst, auch deshalb sind die Arbeiten so gut in der Zeit. So gut, dass in der vergangenen Woche sogar mal eine Pause drin war. Seit Mai hatten sie fast jeden Tag in der Halle in der Oleumhütte an den Aufbauten gebastelt, geschraubt, gesägt und wieder kubikmeterweise Styropor geschnitten und geschnitzt. So wie jetzt Manfred Homolka, der aus einem kleinen Styroporblock Rösser entstehen lässt. Für den „Urlaub-auf-dem-Bauernhof-Wagen“.
16 Motiv-Wägen sind neu gestaltet. Der Marktort Regen mit der Tierzuchthalle wird am Pichelsteinersonntag mitrollen, genauso wie der Wagen mit dem Kurpark und dem Kneipp-Becken sowie der Wagen mit dem Gläsernen Wald. Bei dessen Aufbau konnte der Glaskünstler Homolka wieder im Material Glas schwelgen, konnte viele Quadratmeter Spiegel und transparentes Glas verarbeiten.

PNP 05.07.2007
Keine Mehrheit für kürzere Pichelsteiner-Nächte
Stadtrat diskutiert über Empfehlungen der Sicherheitsbesprechung - Streit wegen des Biermobils
Es bleibt vorerst dabei: In den Hallen beim Pichelsteinerfest ist um 0 Uhr (Festhalle) und um 0.30 Uhr (Tierzuchthalle) Schluss, am Biermobil der TSV-Fußballer dauert die Pichelsteinernacht bis um 3 Uhr morgens. Die Verlängerung der Sperrzeit und damit die Verkürzung der Pichelsteiner-Nächte hat der Stadtrat mehrheitlich (14:9 Stimmen) abgelehnt. Vom Tisch ist das Thema aber noch nicht, denn einige Stadträte lehnten die Verlängerung der Sperrzeit deswegen ab, weil sie ihnen nicht weit genug geht. Stadträtin Bärbel Köppe (CSU) hat noch in der Sitzung einen weiter gehenden Antrag eingebracht: Am Biermobil soll nicht länger ausgeschenkt werden als in den Festhallen. Konzessionsinhaber für das Biermobil sind die TSV-Fußballer.
Bei der Sicherheitsbesprechung, an der Vertreter von Polizei und Rettungskräften, Feuerwehr, Stadt, Pichelsteinern und der Familie Falter teilnehmen, war das Thema Sperrzeiten diskutiert worden. Ergebnis: Die Stadt sollte festlegen, dass am Biermobil, das an der Regenpromenade steht, nur noch in den Nächten auf Samstag und Sonntag bis um 3 Uhr ausgeschenkt wird. An den übrigen Tagen sollte der Zapfhahn ab 2 Uhr zu bleiben.
Vor allem Vertreter der Polizei und des BRK kritisierten bei der Sicherheitsbesprechung, dass die Zahl der betrunkenen Jugendlichen in den vergangenen Jahren stark zugenommen habe.
Die Diskussion im Stadtrat nahm die Bedenken der Polizei auf. „Ich frage mich, warum es am Biermobil so lange gehen muss“, sagte CSU-Fraktionssprecher Rudi Feitz und sprach von „Exzessen in diesem Bereich“. Die Gegenposition vertrat Herbert König (SPD), der bis zum vergangenen Jahr Spartenleiter der TSV-Fußballer war. „Exzesse gibt es nicht nur am Biermobil“, sagter er, und sein Parteifreund Robert Sommer sprang ihm bei: „Die Einnahme aus dem Biermobil ist eine wichtige Einnahme für den TSV, ohne die könnte er das umfangreiche Jugendtraining nicht finanzieren.“ Sommer konstatierte außerdem: „Wir schneiden dem Fest in jedem Jahr etwas weg.“
Bärbel Köppe (CSU) warnte davor, das Problem mit dem Alkohol kleinzureden. „Das Pichelsteinerfest soll ein sympathisches Volksfest bleiben; es soll nicht allein um Konsum und Umsatz gehen“, sagte sie und forderte die Stadt auf, ein Zeichen gegen den Alkoholmissbrauch zu setzen.
Der Versuch von Bürgermeisterin Ilse Oswald, die Diskussion etwas zu beruhigen - auch mit dem Verweis auf die Partnerstadt Eschwege, wo beim Johannisfest die Sperrzeit ganz aufgehoben ist - zeigte keine Wirkung. Franz Stumpf schlug in die gleiche Kerbe wie seine Vorrednerin Köppe: „Wir haben die Verantwortung, die Jugend zu schützen und die Anwohner“, sagte er. Die Anregung von Otto Pfeffer, die Empfehlung der Sicherheitsberatung einmal auszuprobieren, fand keine Mehrheit. In der kommenden Stadtratssitzung, die letzte vor dem Pichelsteinerfest, wird der Antrag von Bärbel Köppe behandelt werden.
Dass die „Exzesse“ auch bei den passionierten Pichelsteiner-Stimmungsmachern ein Thema sind, zeigt ein Eintrag im Gästebuch auf der Pichelsteinerfest-Homepage: „Wos mi hoid doch na entteischt: nach all de jahr gspannans owei na a bo deppen ned das mit erana aggressionen und schlägereien de ganze stod in verruf bringan. leit, wenns nix vatrogts, dann herts bessa mitm safa af!“

PNP 27.03.2007
Pichelsteinerfest sprengt Nichtraucherschutzgesetz
Kein Rauch in der Festhalle und der Tierzuchthalle?
Wird das neue bayerische Nichtraucherschutzgesetz ein Gesetz voll von Ausnahmen, Sonderregelungen und Spezialfällen? Schnell wollte man in Bayern sein und hat darum im deutschlandweit ersten Gesetzesentwurf vielleicht einige Passagen etwas unkonkreter formuliert als von Umwelt- und Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf ursprünglich geplant. Bereits drei Tage nach dem Kabinettsbeschluss tut sich in der Stadt Regen - wie auch in Neumarkt in der Oberpfalz und in Passau - bereits ein Spezialfall auf. In Regen ist es das Pichelsteinerfest.
Der Gesetzentwurf sieht vor: Öffentliche Gebäude werden rauchfrei, in Gaststätten darf nur im Nebenzimmer geraucht werden - in nur einem Raum, der kleiner sein muss als die eigentliche Gaststube. Die noch vor wenigen Wochen von Minister Schnappauf vorgeschlagenen Strafen von 50 Euro für den Raucher und 250 Euro für den Wirt, stehen nicht im neuen Gesetzesentwurf. Stattdessen: Die ganze Bandbreite der deutschlandweit praktizierten Sanktionen von fünf bis zu 1000 Euro, von der Verwarnung hin zum Konzessionsentzug für den Wirt. Ministerpräsident Edmund Stoiber hatte sich zudem für den Qualm in Bierzelten ausgesprochen. Begründung: Die Tradition. Stoiber dazu wörtlich: „Zum Bierzelt gehört in hohem Maße, dass der eine oder andere raucht.“
Der Bayerwald-Bote hat beim bayerischen Verbraucherschutzministerium nachgefragt, ob die Festhallen des Pichelsteinerfests nun zur rauchfreien Zone werden oder ob auch hier die Rauch-Tradition im Vordergrund steht. Das Ergebnis: „Da schauen wir noch, was wir machen.“ Werner Schnappaufs Pressesprecher, Dr. Roland Eichhorn, sprach in diesem Zusammenhang von „schwierigen Fällen“, von „Spezialfällen“.
Eichhorn skizzierte den Weg zur Klärung des Problems: Der vom Kabinett beschlossene Gesetzesentwurf werde in den nächsten Wochen allen Gemeinden und Städten vorgelegt. Diese könnten dann im so genannten Konsultationsverfahren Tipps und Wünsche einbringen. Man wolle aber auf jeden Fall verhindern, dass der jetzt vorgelegte „mit seinen nur elf Artikeln doch recht knackige, kurze Gesetzestext“, voll von Ausnahmen werde, bevor er im Landtag zur Abstimmung komme, sagte Eichhorn.
Ginge es nach dem Beschluss des Kabinetts, würde das Pichelsteinerfest bereits im Jahr 2008 rauchfrei, denn die Regener Tierzuchthalle und die Festhalle sind bekanntlich keine mobilen Bierzelte, die nur für wenige Tage im Jahr aufgestellt werden. Auch die Abgrenzung eines Raucherzimmers ist kaum möglich.
„Das glaube ich einfach nicht, dass unser Fest jetzt rauchfrei werden muss“, sagt Elisabeth Falter. „Für uns müssten da doch die selben Rechte und Vorschriften gelten wie für die Oktoberfestwirte. Ich bin auch Nichtraucherin, aber man setzt sich zum Feiern doch eher zu Rauchern dazu, als dass man alleine dasitzt.“ Die Familie Falter will erst das Konsultationsverfahren abwarten, bevor sie gegebenenfalls nach neuen Wegen sucht, um beim Pichelsteinerfest allen Gästen gerecht zu werden.

PNP 05.03.2007
Generationswechsel bei den Pichelsteinern
Ilse Oswald gibt das Präsidentenamt schweren Herzens ab - Ihr Vorgänger Karlheinz Stern wird Nachfolger
„Du warst eine hervorragende Präsidentin“ - als Kurt Fiederling, 2. Präsident der Pichelsteiner, diesen Satz spricht, merken die Pichelsteinermitglieder bei ihrer Jahreshauptversammlung auf. Bis zu diesem Satz hatte noch kaum jemand daran gedacht, dass Ilse Oswald, vor zwei Jahren als Frau zur Präsidentin der Pichelsteiner gewählt, nicht mehr kandidieren würde. Aber jetzt ist er raus, der Satz, und als Fiederling noch nachschiebt, dass Ilse Oswald als Präsidentin ein Glücksfall für den Verein und das Fest gewesen sei, muss sie sich ein paar Tränen aus den Augenwinkeln wischen. Der Abschied von diesem Ehrenamt fällt ihr sichtlich schwer. Erst am Donnerstag, einen Tag vor der Jahreshauptversammlung, habe sie sich endgültig entschieden, sagt sie später. Aber ihr neues Amt als 1. Bürgermeisterin sei so zeitaufwändig, dass sie zum Rückzug gezwungen sei.
Der Rückzug war die erste große Überraschung bei der Versammlung. Die zweite war die Person ihres Nachfolgers: Karlheinz Stern. Stern war auch ihr Vorgänger und war von den Pichelsteinern mittlerweile schon zum Ehrenpräsidenten gemacht worden. „Die Pichelsteinerkameraden kann man doch nicht im Stich lassen“, sagte Stern nach der stark beklatschten Wahl zum 1. Präsidenten. Wer ihn überredet hat, verriet Stern auch: „Der Kurt hat es geschafft.“ Stern ist bereits seit 1969 Komiteemitglied, zwischen 1990 und 2005 war er bereits 1. Präsident. „Ich bitte um eure Unterstützung, damit wir das Fest auf dem bisherigen Niveau halten können“, meinte er nach seiner Wahl - der Applaus zeigte, dass die Mitglieder gewillt sind, ihm diese Unterstützung zu geben.
Eigentlich wollten 2. Präsident Kurt Fiederling und Schatzmeister Otto Pfeffer, wie sie vor zwei Jahren verkündet hatten, nicht mehr für einen Vorstandsposten kandidieren. Angesichts der veränderten Lage schmissen sie diese Entscheidung um, stellten sich doch wieder zur Wahl - und wurden ohne Gegenstimme in ihren Ämtern bestätigt. Genauso wie Schriftführerin Christa Limböck und Platzmeister Willy Schicker. „Wir sind alle verschieden, passen aber gut zusammen“, meinte die scheidende Präsidentin Ilse Oswald. Ganz trennen muss sie sich ja von den Pichelsteinern nicht. Als 1. Bürgermeisterin ist sie geborenes Mitglied im Komitee, das mittlerweile 34 Mitglieder stark ist.
Was für ein Unternehmen die Veranstaltung des Heimatfests ist, machte der Bericht von Schatzmeister Otto Pfeffer klar. Ausgaben von über 56 000 Euro stehen in seinen Büchern, mit den Einnahmen - vor allem aus den Platzmieten - konnten die Pichelsteiner sogar einen leichten Überschuss erwirtschaften und haben ein beruhigendes Polster auf dem Konto.