Pressemitteilungen 2006


Zeitungstexte stammen von der PNP - Passauer Neuen Presse

PNP 04.08.2006
Der Tag danach: Aufatmen und aufräumen
Pichelsteiner-Bilanz ’06: Weniger heftige Schlägereien, mehr betrunkene Jugendliche und ein grandioses Programm
Der tödliche Verkehrsunfall in der Nacht zum Sonntag hat einen Schatten auf das Pichelsteinerfest 2006 geworfen. In der Bilanz waren sich die Verantwortlichen einig. Das hochklassige Rahmenprogramm dürfte schwer zu steigern sein. Gestern war auf den Festplätzen das große Aufräumen, Sicherheitskräfte und BRK atmeten auf.

Die Präsidentin: „Es war ein Traum!“
Richtig euphorisch war gestern Pichelsteiner-Präsidentin Ilse Oswald, die nicht nur ein Abschlussfeuerwerk gesehen hat, sondern mit den Rednern Wolfgang Grupp am Tag der Wirtschaft und Bundesminister Horst Seehofer am Tag der Landwirtschaft ein „Feuerwerk begnadeter Redekunst“ gehört hat. „Wir Regener lieben eben alle unser Pichelsteiner und deshalb ist es ein voller Erfolg und ein traumhaftes Erlebnis geworden“, meint die Vorsitzende des Pichelsteiner-Komitees.
Den Festzug bezeichnet sie als „einen der herausragendsten, den wir je hatten“, die Gondelfahrt als „noch edler und feiner als sonst“. „Viele Dinge waren so wunderbar wie immer, viele noch besser“, urteilt Oswald. Ihr euphorisches Urteil hängt vielleicht auch damit zusammen, dass die Präsidentin am Mittwochabend in der Tierzuchthalle frenetisch gefeiert wurde und die halbe Halle sang: „Es gibt nur ein’ Ilse Oswald . . .“

Der Festwirt: „Das Fest war gut“
Vom Getränkeumsatz habe man „die Marke vom vorigen Jahr erreicht“, so Braumeister Sepp Falter jun., der auch für das viel gelobte Festbier verantwortlich war. Fast hat ihn das erstaunt, weil wegen des wechselhaften Wetters die letzten drei Festtage im Brauerei-Innenhof ruhiger als sonst waren. Wie hoch der Bierausschank ist, das bleibt auch in der Brauergeneration von Sepp Falter jun. Betriebsgeheimnis.
Weniger geworden sind in diesem Jahr die Schäden an Biertisch-Garnituren. „So 15 bis 20 Garnituren sind zusammengetreten worden“, sagt Falter. Über die Zahl der zerschmetterten Maßkrüge kann er noch keine Angaben machen, aber „es war nicht außergewöhnlich“, meint er. Es war das zweite Pichelsteinerfest, bei dem in der Tierzuchthalle ein professioneller Sicherheitsdienst aufgepasst hat, und mittlerweile hätten sich die Mehrzahl der Gäste und der Sicherheitsdienst aufeinander eingestellt.

Der Bürgermeister: „Fest tut der Stadt gut“
„Wegen der sehr guten Rahmenveranstaltungen war dieses Fest ein besonderes Fest“, urteilt 1. Bürgermeister Walter Fritz im Rückblick auf die sechs Tage. Begeistert ist er noch immer von Trigema-Chef Wolfgang Grupp, der beim Tag der Wirtschaft gesprochen hat, sowie vom Besuch von Verteidigungsminister Franz-Josef Jung am Freitag. „Das ist gut für das Image der Stadt, davon zehren wir länger“, meint Fritz. Zum hochklassigen Rahmenprogramm, zum Festzug und zur Gondelfahrt meint er aber auch: „Jedes Jahr kann man das in der Qualität sicher nicht bringen wie bei dem Super-Fest 2006, da wird man in den nächsten Jahren auch wieder Abstriche machen müssen.“
Die Festverordnung, die der Stadtrat vor dem Pichelsteinerfest erlassen hat, habe im Großen und Ganzen gut funktioniert, aber einige Dinge werde man bei der Kritik-Sitzung im September ansprechen müssen. In der Stadtratssitzung am Dienstagabend war schon leise Kritik an der langen Öffnungszeit des TSV-Stands aufgekommen. Er hat eine Schanklizenz bis um 3 Uhr morgens.

Polizei: Keine extremen Schlägereien
Als „teilweise wohltuend ruhig“ und „so, wie man es sich wünscht“, bezeichnete Regens Polizeichef Wilhelm Völkl vor allem die letzten beiden Festabende. „Überschattet hat das Fest natürlich der tödliche Verkehrsunfall“, sagt Völkl. Positiv hebt er hervor, dass es in diesem Jahr keine gravierenden Schlägereien gab. Die kleineren Scharmützel konnten von den Beamten und der Security schnell eingedämmt werden. „Die erhöhte Polizeipräsenz verhindert da Einiges“, meint Völkl. Besonders viel Arbeit gab es für die Sicherheitskräfte in der Nacht zum Dienstag, „da waren die Kollegen zum Teil an der Grenze der Belastbarkeit und fast ohne Pause im Einsatz“, so Völkl.
In den Griff bekommen müsse man die Park-Situation an der Bundesstraße. Völkl plädiert dafür, im Parkdeck in den Pichelsteiner-Nächten gratis parken zu lassen.
Sorgen machen Völkl die Jugendlichen, die sich hemmungslos betrinken.

Das BRK: Sechs Tage im Dauereinsatz
142 Personen mussten in den sechs Festtagen von den BRK-Helfern versorgt werden, 18 mussten zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden, dazu gab es acht Rettungsdienst-/Notarzt-Einsätze.
„2005 mussten wir 33 Festbesucher zur Behandlung ins Krankenhaus bringen, insofern war das Fest 2006 ruhiger“, sagt Alfred Aulinger, Leiter der Rettungswache. Ein Unterschied zum Grenzlandfest ist ihm auch aufgefallen: „Wenn das Grenzlandfest um Mitternacht vorbei ist, dann ist auch für uns die Arbeit vorbei, beim Pichelsteinerfest geht es die ganze Nacht durch.
Weniger „Alkohol-Leichen“ als 2005, die stationär aufgenommen werden mussten, registrierte Dr. Roman Eder, Chefarzt am Kreiskrankenhaus Zwiesel. 2005 waren es acht, in diesem Jahr vier; extrem beansprucht war allerdings die chirurgische Ambulanz: Dutzende Schnittverletzungen, Platzwunden und ähnliche Verletzungen mussten behandelt werden. „Nie mehr mach’ ich Dienst während des Pichelsteinerfests“, klagte eine Krankenschwester.


PNP 04.08.2006
Mittwoch: Ein ruhiger Festausklang für die Polizei

Am Mittwoch gegen 21.30 Uhr übergaben Passanten dem BRK auf dem Festplatz einen total betrunkenen 15-Jährigen aus dem nördlichen Landkreis. Das BRK verständigte die Eltern, der Jugendliche wurde von diesen abgeholt,wie die Polizei mitteilt. Belehrungsresistent zeigte sich ein 48-jähriger Regener, dem am Mittwoch gegen 0.15 Uhr vom Sicherheitsdienst der Tierzuchthalle ein Platzverweis erteilt wurde. Dieser Anordnung widersetzte sich Mann mehrmals. Als der Betrunkene noch einem Mitglied der Security-Mannschaft an den Kragen wollte, wurde die Polizei verständigt. Eine Streife der Bereitschaftspolizei brachte den Regener schließlich zur Inspektion. Dabei gebärdete sich der Festgenommen aggressiv und uneinsichtig. Ein Alkotest ergab einen Wert von rund 2,3 Promille.

PNP 03.08.2006
Das waren Zeiten: Gifthütte und Karussell
Senioren schwelgen in ihren Erinnerungen an das Fest von damals - 700 Freimarken bei Seniorenbewirtung verteilt
Gegrillte Gickerl und Biermarken für eine Maß Falterbier lockten gestern Mittag Senioren über 70 auf das Pichelsteinerfest. Langsam aber stetig füllte sich die Pichelsteinerhalle ab 12 Uhr mit Senioren aus dem Stadtgebiet Regen. Eine Stunde später war es schon nicht mehr so einfach, einen Sitzplatz zu ergattern.
Elisabeth Süß kommt mit ihren Freundinnen aus March jedes Jahr am Mittwoch aufs Pichelsteinerfest. Die Damen lassen es sich bei Bier und Gickerl richtig gut gehen. Die Musik der Festkapelle „Hamel-Buam“ gefällt der 80-jährigen Marcherin „richtig guat“.
Als die Halle gut gefüllt war, begrüßte Stadtpfarrer Josef Ederer die so zahlreich erschienenen Senioren und ermunterte Sie „ihre Erinnerungen von früher auszutauschen.“ Der Stadtpfarrer verkündete auch, dass die Herren zum Nachtisch eine Zigarre und die Damen eine Tafel Schokolade von der Pfarrei gestiftet bekommen. „Feiern Sie kräftig miteinander. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und gute Gespräche“, so Ederer. Auch Bürgermeister Walter Fritz begrüßte die Senioren und dankte allen, die sich für die Seniorenarbeit in der Stadt einsetzen. „Bis jetzt ist beim Abendprogramm alles super verlaufen. Heute ist Ihr Tag“, sagte Fritz.
Ludwina Metzger ist mit ihren Bekannten vom Seniorenclub aufs Fest gekommen. Die gebürtige Regenerin ist schon als Kind immer auf dem Pichelsteinerfest gewesen. „Früher bin ich jeden Tag aufs Fest gegangen, heute gehe ich nur noch am Mittwoch“, erzählt e die 80-jährige. Gemeinsam mit ihren Freundinnen erinnert sie sich noch an das Fest vor fünfzig Jahren. „Mit der Schiffschaukel bin ich einmal als junges Mädchen gefahren - einmal und nie wieder. Mir ist sofort schlecht geworden“, gestand die rüstige Rentnerin. Mit dem Losen hatte sie mehr Glück. „Ich habe einmal ein Fahrrad gewonnen“, sagte Metzger.
Ihre Bekannte Katharina Haberl lebt seit 1953 in Regen. „Nach dem Fest ist man in die kleine Gaststätte ’Gifthütte‘ gegangen, die der frühere Festkoch Ertl betrieben hat“, erzählte Haberl.
Auch an Regener Urgesteine erinnern sich die Damen. „Der alte Falter hat immer jeden gegrüßt“, berichtete Haberl. „Mei, und der Schnitzbauer Sepp, der ist von Regen aufs Oktoberfest zu Fuß gegangen“, sagt Anneliese Maier. Haberl kann sich noch gut an die Fahrgeschäfte von damals erinnern. „Ich bin mit meinem Mann immer Autoscooter gefahren, so die 79-jährige. Im Gespräch werden bei Anneliese Maier Erinnerungen wach. „Mein Mann hat früher öfter das Karussell angeschoben, weil er dann einmal umsonst mitfahren durfte. Damals gab es ja noch keinen Motor“, sagte sie. Auch mit ihren Kindern war sie regelmäßig auf dem Fest. „Als meine Tochter klein war, sind wir immer zu den Pferden der Familie Heppenheimer gegangen“, erinnert sie sich. Auf dem Festplatz ging es damals auch anders zu. „Früher hat die Stadtkapelle im Zelt gespielt, da gab es noch keine Verstärker und man konnte sich besser unterhalten“, sagte Haberl. Es gab aber auch schon damals viele Raufereien. Daran kann sich auch die Pichelsteinerpräsidentin Ilse Oswald, die kurz bei den Damen vorbeischaut, erinnern. „Das war ein Kräftemessen. Da kämpfte ein Straßenzug gegen den anderen“, erinnerte sich Oswald. Da es noch keine Alkoholkontrollen gab, haben die Festbesucher ihren Alkoholkonsum auch nicht so stark eingeschränkt. „Früher wurde viel mehr getrunken als heute. Da hatten die meisten ja auch noch kein Auto“, sagte Juliane Fink.
700 Freimarken wurden laut Pichelsteinermitglied Kurt Fiederling ausgegeben. Dazu zählen auch die 120 Altenheimbewohner, die Bier und 70 halbe Hendl, sowie 200 Bratwürstel am Vormittag von Georg Wenig von den Pichelsteinern geliefert bekamen. Die Grillhendl sind am Beliebtesten. „Dreiviertel aller Gäste bevorzugten Gickerl“, berichtete Fiederling.
Die Bewirtung der Senioren war auch dieses Jahr ein voller Erfolg. Da kann man nur den Worten von Ilse Oswald beipflichten: „Bleibts uns gsund und bis zum nächsten Jahr!“

PNP 03.08.2006
Polizei greift durch: 50 Platzverweise in einer Nacht

Polizei und Ordner haben viel zu tun auf dem Pichelsteinerfest. Allein in der Nacht zum Dienstag wurden 14 Jugendschutzkontrollen durchgeführt, 50 Platzverweise ausgesprochen, 21 Mal die Personalien festgestellt sowie drei Alko-Tests durchgeführt.
Ein 20-Jähriger randalierte am Montag gegen 21.30 Uhr am Autoscooter. Als er auf die Ermahnung des Sicherheitsdienstes nicht reagierte, wurde er in Gewahrsam genommen und vom Festplatz für die Dauer des Festes verwiesen. Ein Alko-Test ergab über drei Promille.
Schon gegen 18 Uhr hatten Beamte einen 15-jährigen Schüler auf dem Festplatz stark angetrunken angetroffen. Er hatte sich vor dem Besuch einen „Sixpack“ gekauft und geleert. In der Tierzuchthalle kam es nach Mitternacht zu mehreren Tätlichkeiten aus nichtigem Anlass, die aber nur zu leichteren Blessuren führten.
Ohne fremdes Zutun kamen die Verletzungen zustande, die ein 23-Jähriger im Krankenhaus behandeln lassen musste. Er war am Dienstag gegen 0.50 Uhr mit einem Weißbierglas in der Hand in Richtung Ruselstraße marschiert. Er kam ins Stolpern, stürzte und holte sich dabei mit dem Weißbierglas eine tiefe Schnittwunde.
Gegen 0.15 Uhr wurde vom Sicherheitsdienst ein 18-Jähriger aus dem südlichen Landkreis aus der Tierzuchthalle verwiesen und der Polizei übergeben, da er in der Festhalle ständig andere Besucher angestänkert hatte. Er bekam einen Platzverweis, kam aber gleich danach durch den Hintereingang wieder in die Halle, wo er wieder vom Sicherheitsdienst ertappt wurde. Als sich der 18-Jährige uneinsichtig zeigte, nahm ihn die Polizei in Gewahrsam und brachte ihn zur Dienststelle. Ein Alkotest ergab fast 2,3 Promille. Dem Unbelehrbahren wurde für den Rest des Pichelsteinerfestes ein Betretungsverbot erteilt.
Kurz zuvor war es in der Halle zu einer weiteren Rangelei gekommen. Ein 30-jähriger Mann, der auf einer Bank stand und zur Musik klatschte, wurde von einem 36-Jährigen, der an einem Tisch schräg gegenüber saß, von der Bierbank heruntergezogen und in den Schwitzkasten genommen. Zwei Security-Leute trennten die beiden.
Vermutlich betrunkene Volksfestbesucher verwüsteten in der selben Nacht am Kirchplatz mehrere Blumenkästen.

PNP 03.08.2006
Ab heute: Regen wieder rotlicht-frei

„Was is’ denn hier los?“ fragte ein Bekannter mal leicht entsetzt, als er zur Pichelsteiner-Zeit zum ersten Mal über den Regener Stadtplatz ging. Die rote Festbeleuchtung hat er völlig falsch interpretiert. Sie ist wirklich nur reiner Ausdruck von Freude. Ab heute ist Schluss mit den roten Lichtern, erst am 27. August 2007 werden sie wieder eingeschaltet. Und wenn wir uns richtig erinnern: In unserer Kindheit war das Rotlicht weiter verbreitet und auch in der Stadtmitte deutlich intensiver. Also für 2007 könnten die Regener lampentechnisch aufrüsten.

PNP 02.08.2006
Von Minister-Freuden und Straf-Eintöpfen
Kämpferisch und witzig: Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer sprach gestern auf dem Pichelsteinerfest
Horst Seehofer ist in Regen ein gern gesehener Gast - das hat sich auch gestern am Tag der Land- und Forstwirtschaft auf dem Pichelsteinerfest gezeigt. So gut besucht war die traditionelle Kundgebung schon seit Jahren nicht mehr. Kaum ein Jahr ist es her, dass Seehofer in der Stadt war, damals nur als CSU-Wahlkämpfer. Diesmal durfte er sich als Bundeslandwirtschaftsminister ins goldene Buch der Stadt eintragen, das Bürgermeister Walter Fritz in den Faltersaal mitgebracht hatte. Lob und Tadel hielten sich in den Grußworten von Niederbayerns Bauernpräsident Walter Heidl und BBV-Kreisobmann Josef Pletl die Waage. Große Vorschusslorbeeren gab es dagegen von den Parteifreunden Mdl Helmut Brunner und MdB Ernst Hinsken. Er sei als Agrarminister ein Glücksgriff; habe in seinen ersten acht Monaten schon viel zugunsten der Bauern verändert; der Landwirtschaft ihr Selbstbewusstsein wieder zurückgegeben. Seehofer, in der CSU nicht eben für stromlinienförmiges Auftreten berüchtigt, antwortete mit Ironie. So barmherzig sei er in letzter Zeit von Parteifreunden nicht immer begrüßt worden - „dazu musste ich erst nach Regen kommen“.
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Erstes Ziel: Die Stimmung ändern
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Ganz ernst war es Seehofer, dem Sozialexperten, mit seinem einleitenden Bekenntnis zum neuen Job. „Ich bin beeindruckt, was für ein schönes Amt das ist“, meinte er. „In Österreich heißt es zu Recht ,Lebensministerium‘, es betrifft für die Menschen ganz grundlegende Dinge.“ Er habe tatsächlich daran gearbeitet, erst einmal die Stimmung zu ändern. Beim Klagen über die Nachteile der Globalisierung werde vergessen, dass Deutschland weltweit ein ganz großer Spieler bei der Agrarproduktion sei. „Wir dürfen nicht so tun, als ob wir im Keller sitzen - wir sind in der oberen Etage.“
Im krassen Widerspruch dazu sieht er die bisherige deutsche Landwirtschaftspolitik in der EU. „Deutsche Wünsche wurden meistens über den französischen Bauernverband in Brüssel vorgetragen“, hat er beobachtet. Damit soll Schluss sein: „Ich möchte deutsche Interessen selbstbewusst direkt vertreten, so wie das die anderen Länder auch tun. Man kann das tun und trotzdem ein guter Europäer sein.“ Deutschen Alleingängen erteilte er eine klare Absage. „Wir haben 38 Millionen Legehennen, da kann ich nicht die Batteriehaltung verbieten, wenn sie in den Nachbarländern erlaubt ist.“ Denn dann werde im Ausland investiert und die Batterie-Eier nach Deutschland exportiert. Das gleiche gelte für die BSE-Tests bei Rindern, die Seehofer kürzlich EU-kompatibel gemacht hat.
Lautstarke Zustimmung erntete er für seine Devise „notwendige Kontrolle ja, Schikane nein“. Er sehe nicht ein, warum Milch und Fleisch zusätzlich noch beim Bauern kontrolliert werden müsse. „Es reicht doch, wenn Milch in der Molkerei kontrolliert wird und Fleisch im Schlachthof.“ Da kämpfe er allerdings noch gegen behördliche Widerstände.
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Ringen in der EU - und in den Behörden
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In seinem Streifzug durch die Agrarpolitik nahm Seehofer auch zur aktuellen Debatte über die Offenlegung von EU-Fördergeldern Stellung. Die könne er nur akzeptieren, wenn sie europaweit und für alle Bereiche der Wirtschaft gelte. „Und es bringt nichts, eine abstrakte Zahl zu einem Betrieb zu nennen - die Zahl muss in Bezug zur Leistung des jeweiligen Betriebes gesetzt werden, sonst bekommen wir eine uferlose Neid-Diskussion“. Und weil sich der Minister mehrfach ausdrücklich dazu bekannte, auch unbequeme Wahrheiten offen auszusprechen, schloss er seine packende Rede mit einem Bekenntnis: Er hat den Eintopf, der dem Fest den Namen gegeben hat, nicht in bester Erinnerung. „Meine Mutter sagte oft, reißt euch zusammen, sonst gibt’s morgen Pichelsteiner.“ Mit Geschenken wurde der Redner verabschiedet. Ein Lebkuchenherz von Pichelsteiner-Präsidentin Ilse Oswald mahnte Seehofer dazu, kämpferisch zu bleiben. Vom Bauernverband gab es eine Deko-Kugel aus Eschenholz, Bräu Sepp Falter überreichte einen gut sortierten Bier-Korb. In Saal hinaufgespielt hatte den Gast zuvor die Neue Stadtkapelle Regen. Josef Steinhuber, Chef des Landwirtschaftsamtes, hatte den Nachmittag moderiert und auch die vielen geladenen Gäste begrüßt.

PNP 02.08.2006
Schausteller: Familientreffen beim Pichelsteiner
Vier Generationen der Schaustellerfamilie Heppenheimer kamen beim Frühschoppen zusammen
„Beim Oktoberfest werden wir nicht so verwöhnt“, sagt Rudi Zinnecker, der mit seinem „Happy Monster“ seit 17 Jahren auf das Pichelsteinerfest kommt. Das Komitee hat die Schausteller des Pichelsteinerfestes gestern zum traditionellen Schaustellerfrühschoppen eingeladen. Die Getränke hat die Familie Falter spendiert, die Speisen haben wie jedes Jahr die Imbissbudenbetreiber gespendet.
Auch die Familie Heppenheimer sitzt in der Pichelsteinerhalle gemütlich beieinander. Vier Generationen von Schaustellern an einem Tisch ist schon etwas Besonderes. Für die Heppenheimers ist das Pichelsteinerfest so etwas wie ein großes Familientreffen.
Margot Elisabeth Heppenheimer kommt mit ihrem Mann Horst und den Töchtern Robertine und Elisabeth schon seit 1960 mit ihrem Losstand nach Regen. Sie war schon als Kind mit ihren Eltern und Onkels auf dem Pichelsteinerfest vertreten. „Ich bin früher Drahtseil gelaufen“, so die 77-jährige. Die Onkels waren mit dem Kettenflieger auf dem Fest. „Heute ist alles schnelllebiger, früher war es gemütlicher“, sagt sie. Die alte Dame sitzt gerne am Losstand, weil sie da viele Leute trifft, die sie seit Jahren kennt. „Da kommt zum Beispiel einer und erzählt, dass er jetzt Vater geworden ist“, erzählt die Schaustellerin.
Früher ging es auf dem Festplatz noch anders zu. „1960 haben wir noch das Wasser beim Falter im Stall holen müssen“, sagt Heppenheimer. Mittlerweile sei der Festplatz mit allem ausgestattet, was man braucht, und auch sonst sei alles toll organisiert. Über die Familie Falter kommt Heppenheimer ins Schwärmen. „Die Falters waren immer großzügig, wenn man was gebraucht hat“, sagt sie. Bis Oktober sind die Heppenheimers noch mit ihrem Losstand unterwegs.
Die Schwägerin von Margot Elisabeth Heppenheimer heißt ebenfalls Margot. Auch sie wurde in das Schausteller-Leben hineingeboren. Ihre Urgroßeltern hatten eine Pferdeshow, mit der sie durch das Land gezogen sind, ihre Eltern einen Zirkus. Margot Heppenheimer und ihr Mann sind auch dieses Jahr mit ihren 20 Pferden auf dem Pichelsteinerfest. Eines ihrer Ponys ist bereits 35 Jahre alt. „Herr Baron ist unser Maskottchen“, sagt Heppenheimer.
Die jüngeren Festbesucher seien nach wie vor total von Pferden begeistert. „Nur die älteren Kinder haben jetzt andere Interessen wie Computerspiele“, sagt Heppenheimer. Trotzdem kommen immer noch Familien bis aus Straubing oder Landshut zu ihnen aufs Pichelsteinerfest. „Manches Kind hat ein Lieblingspferd, auf dem es reiten will“.
Der Schwiegersohn von Margot Heppenheimer, Rudi Zinnecker, hat mit seinem „Happy Monster“ seit 17 Jahren den gleichen Standplatz auf dem Festgelände. Mit dem Geschäft ist Zinnecker wieder voll und ganz zufrieden. Das „Happy Monster“ sei bei allen Generationen beliebt. „Auch die Oma ohne Zahn kann Happy Monster fahren“, reimt Zinnecker. Die Familie freut sich jedes Jahr auf das Pichelsteinerfest. „Nicht überall ist es so familiär wie hier“, sagt Zinnecker.
Nach der Bewirtung der Schausteller ergriff Ilse Oswald, Präsidentin der Pichelsteiner, das Wort. Unter den Ehrengästen begrüßte sie unter anderem Landrat Heinz Wölfl, Bürgermeister Walter Fritz und Stadtpfarrer Josef Ederer. Die Schausteller hatten keine Beschwerden vorzubringen. Sie und die Pichelsteinerpräsidentin sehen dem Festendspurt optimistisch entgegen.

PNP 01.08.2006
Pichelsteinerköche lieben ihr Pichelsteiner
Etwa 100 kleine Pichelsteinerköche ließen sich das Pichelsteiner und Wiener Würstel im Faltersaal schmecken
Mhm, is des guat“, hörte man es von den Tischen im Nebensaal des Faltersaals gestern Mittag murmeln. Die fleißigen kleinen Pichelsteinerköche wurden dort nach dem Ausmarsch mit Pichelsteiner versorgt, das der große Festkoch Günther Prinz mit seinen Helfern gekocht hatte.
Der Schlachtruf der kleinen Köche „Das Pichelsteiner, es lebe hoch, hoch, hoch; und es schmeckt guat!“, ist nicht nur so daher gesagt. Die Kinder waren begeistert vom Regener Nationalgericht. Sie stürmten den Nebensaal des Faltersaales und teilten sich auf in „Würstel-“ und „Pichelsteineresser“. Die Anzahl der Pichelsteineresser war beachtlich. Die Tische im Saal waren gefüllt mit bekennenden Pichelsteinerliebhabern. Viele holten sich sogar einen Nachschlag. Die beliebtesten Zutaten im Pichelsteiner - da waren sie sich einig - sind die Kartoffeln und das Fleisch.
Kein Problem gab es in diesem Jahr mit der Menge, die rund 3000 Portionen reichten für die Speisung der Massen.
Der Auftritt beim Festzug am Sonntag und beim Ausmarsch des Festkoches am gestrigen Montag machte den gut 100 Kindern der dritten und vierten Klassen der Grundschule Regen viel Spaß. Schließlich ist nicht nur das leckere Mittagessen umsonst, die Kinder dürfen am Montag auch einmal mit jedem Fahrgeschäft auf dem Fest umsonst fahren. Beim Essen schmiedeten die Kleinen schon Pläne. Die neunjährige Maria Sitzberger findet den Feuerstuhl, der heuer anstatt des Schnee-Express am Festplatz steht, am besten. Vielleicht dreht sie aber auch mit ihrer Freundin Anna Kilger ein paar Runden mit dem Kettenkarussell oder dem Autoscooter.

PNP 01.08.2006
Verantwortung bringt einen Betrieb voran - ein Land genauso
„Trigema“-Inhaber Wolfgang Grupp erläutert beim „Tag der Wirtschaft“ wortgewandt seine Erfolgsrezepte

Der kleine, elegant gekleidete und braun gebrannte Mann am Redner-Pult des Faltersaals hat viel zu sagen. Über den viel gescholtenen Produktionsstandort Deutschland. Über Mitarbeiter-Motivation und Lohnkosten, über Wertschöpfung und größenwahnsinnige Konzern-Chefs. Wolfgang Grupp, Inhaber und Geschäftsführer der Trigema GmbH, des größten T-Shirt- und Tennis-Bekleidungs-Herstellers in Deutschland, lebt, wofür er wortgewandt plädiert: für verantwortliches Handeln. Das bringe nicht nur Betriebe voran, sondern auch Deutschland.
Als „letzte lebende Legende made in Germany“ hat Landrat Heinz Wölfl den Hauptredner beim gestrigen Tag der Wirtschaft angekündigt. „Ob er seinen Affen auch dabei hat?“, spöttelte eine Besucherin, bevor Wolfgang Grupp im Faltersaal auftauchte. Die Fernseh-Werbung mit dem Schimpansen im Trigema-Shirt ist eben ein Werbe-Klassiker.
Grupp brauchte gestern keinen Affen, um auf sich und seine Botschaft für den Produktionsstandort Deutschland aufmerksam zu machen. Der „biedere Schwabe“ nutzte seine Einladung ins „elitäre Bayern“, um redegewandt seine Thesen unters Volk zu bringen, das ihm auch nach über einer Stunde interessiert zuhörte. Grupp ist nicht nur erfolgreicher Unternehmer, sondern auch ein glänzender Redner, der mit einem Quäntchen Understatement zu kokettieren weiß.
Kein Gejammere über schlecht qualifizierte und unmotivierte Mitarbeiter, über hohe Lohnkosten und mächtige Gewerkschaften. Kein Gezeter über ausufernde Bürokratie und übermächtige Konkurrenz in Billiglohnländern. Von Anfang an stellt der Erfolgs-Mann aus Schwaben klar, wer das Heft in der Hand hält, bzw. halten sollte: „Es liegt an den Unternehmern, ob ein Land erfolgreich ist“. Sie müssten Werte des Wirtschaftswunders wie Verantwortung und Leistung reaktivieren. Im Ausland billig zu produzieren, sei auf lange Sicht ein fataler Fehler: Eine florierende Volkswirtschaft brauche nicht nur Dienstleister, sondern auch Produzenten. Und bei Trigema produzieren 1200 Mitarbeiter, darunter nur 32 in der Verwaltung, täglich an drei Standorten zwischen 30 000 und 40 000 Teile. Letztes Jahr lag der Umsatz bei über 81 Millionen Euro. Lohnanteil: 52 Prozent; Eigenkapitalquote: 100 Prozent (dazu Grupp: „Ich bekäme sowieso keine Kredite“).
Seine Erfolgsrezepte: Ein Unternehmer muss seinen Betrieb überblicken können und Probleme sofort erkennen; er darf keine Abhängigkeiten eingehen - weder bei Kunden, noch bei Lieferanten; er muss die Produktionskapazitäten stets dem Markt anpassen; Rendite-Denken sei falsch („wer an die Börse geht, hat ein Problem oder will Geld“).
Ein Schlüssel zum Erfolg: motivierte Mitarbeiter. Ihre Arbeitskraft, richtig eingesetzt, rechtfertigt für Grupp die hohen deutschen Löhne. Nachwuchs rekrutiert der Trigema-Chef aus den eigenen Reihen. 80 Prozent der Führungskräfte waren einmal Azubis im Hause Grupp. Er will keine „Job-Hopper mit Harvard-Abschlüssen“, die häufig nur die eigene Karriere im Auge hätten. Und wenn er den Kindern seiner Mitarbeiter einen Arbeitsplatz garantiert, will er sich nicht als „Sozialsäusler“ verstanden wissen. „Das ist reiner Egoismus“: Mit diesen jungen Leuten gebe es keine Probleme. Grupp plädiert für ein „Weniger ist mehr“: Seine Sekretärin hat den Auftrag, 40 Prozent seiner Post im Papierkorb zu entsorgen; der Betrieb hat nur eine Bankverbindung; vor 30 Jahren hat Grupp die Kalkulationsabteilung abgeschafft; es gibt keine Auftragsbestätigung - das spart Porto . . .
Qualität und Lieferverlässlichkeit sind Grupps Trümpfe: „Einen Auftrag binnen 24 Stunden erledigen - das schafft kein Chinese“. Was würde er ändern, wenn er Bundeskanzler wäre, wurde Grupp gefragt. „Die persönliche Haftung muss an erster Stelle stehen“. Wer Verantwortung übernimmt, etwa indem er den Betrieb der Eltern übernimmt, müsse steuerlich entlastet werden.

PNP 31.07.2006
Gondelfahrt: Perfekte Schau nach der Zwangspause
Nach dem Unwetter im Vorjahr haben die Gondler und die Zuschauer 2006 Wetterglück - Gelungenes Thema: Faszination Wasser
Hunderte, unzählige Stunden der Vorbereitung waren es in den letzten Monaten, die die Gondler aufbrachten; mühselige Arbeit, die auch auf Leistungen vergangener Jahre aufbaut. Vor einem Jahr hatte die Gondelfahrt „Faszination Wasser“ am Pichelsteinersamstag wegen eines Unwetters ausfallen müssen. Kein Wunder also, dass heuer die Gondel-Künstler am frühen Samstagabend etwas grimmig unter ihrem Pavillonzelt auf der Regeninsel hervorlugten, die Arme verschränkten und sagten: „Wenn kein Unwetter kommt, fahren wir! Ein bisschen Regen tut uns nix.“
Aber dann war ohnehin das Glück mit den Tüchtigen, bis auf die Taucher, die sich zur Sicherheit bei den Wasserspielen im Regenfluss tummelten, wurde Samstagnacht niemand nass. Der Himmel klarte sogar etwas auf, bevor sich die Dämmerung um die Tausenden von Zuschauern an den Ufern, auf den Brücken und Stegen legte, bevor die Nacht den leuchtenden Gondeln die Bühne bereitete.
Die Paddler verstehen ihr Handwerk: Majestätisch schwimmen die prächtig geschmückten Boote in klug gewählten Abständen von der Insel bis zum Pichelsteinersteg langsam den Regen hinab; entlang der Wasserspiele, die farbige Kaskaden, Streifen und Sprühwände in die Nacht malen. Der Fluss spielt mit, wird selbst golden, silbern und bunt - und auf einmal ist Regen die schönste Stadt der Welt.

PNP 31.07.2006
Die Regener Besonderheit: Der Festzug
Der Pichelsteiner-Festzug mit dem Thema „Alte Regener Besonderheiten“ begeistert das Publikum
Vielleicht hat der eine oder andere Zuschauer gestern Nachmittag auf dem Regener Stadtplatz den Blick von Manfred Homolka gesehen. Glückliche Zufriedenheit strahlte der massige Mann aus. Die Leute waren begeistert und klatschten und jubelten. Und das hängt auch mit der Arbeit von Manfred Homolka zusammen. Er ist der maßgebliche Mann, der die Ideen des Festzug-Mottos in Bilder und Szenen umsetzt. Weniger als in den Vorjahren hat er in der Vorbereitung mitgewerkelt, mehr skizziert, vorbereitet, gesprochen.
Es war eine gute Stunde Heimatkunde, was die vielen Tausend Zuschauer zwischen Zwieseler Straße und Stadtplatz geboten bekamen. Weinanbau in Regen, Hopfen in Regen, die Techniken des Eisschneidens und -ziehens, der Ochsenmarkt und das Spottbild „Nosce te ipsum“ auf einem Stadtplatz-Haus waren ebenso Themen. So richtig lebendig und locker wurde der Zug durch die Fußgruppen. Da lässt sich kein Verein, keine Dorfgemeinschaft lumpen. Besonders positiv aufgefallen: die Theatergruppe Schwarzer Leberkas, die Schweinhütter Theaterspieler, die Rinchnachmündter und die Oberneumaiser Dorfgemeinschaft.
Und nur einen Moment schaut Homolka am Stadtplatz ein bisschen ernster. Als er daran denkt, wie es zu schaffen ist, den Festzug 2006 noch zu steigern.

PNP 31.07.2006
Rund ums Pichelsteinerfest


Beim Pichelsteiner-Festschießen geht’s ums beste Blattl

Beim traditionellen Pichelsteiner-Festschießen wird heuer neben den Festscheiben der Stadt Regen, der Brauerei Falter und des Festkochs auch eine besondere Schützenscheibe des 1. Gauschützenmeisters Gerhard Kronschnabl ausgeschossen. Teilnehmen können alle Schützen aus dem Schützengau Zwiesel. Gewinner ist, wie bei den anderen Festscheiben auch, der Schütze mit dem besten „Blattl“.

Polizei macht Ernst mit der Festverordnung für Jugendliche

Zwei Jugendliche aus Regen, 15 und 16 Jahre, hat die Polizei auf dem Festplatz nach Mitternacht ohne Begleitung eines Erziehungsberechtigten angetroffen. Die Eltern der Jugendlichen wurden von der Polizei verständigt und auf die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes aufmerksam gemacht. Auch die Verordnung zum Pichelsteinerfest, die die Stadt erlassen hat, gestattet es 14-Jährigen nur bis 20 Uhr und 16-Jährigen nur bis 22 Uhr, sich ohne Begleitung eines Erziehungsberechtigten auf dem Festgelände aufhalten.

Erste Platzverweise für ungebetene Pichelsteiner-Gäste
Beim ersten Pichelsteinerfesttag wurden von der Polizei bereits im Vorfeld gegen sieben polizeibekannte Personen auf Grund von Körperverletzungsdelikten sogenannte Betretungsverbote für das Pichelsteinerfestgelände ausgesprochen. Einer dieser Personen, ein 16jähriger Bursche aus Regen wurde nach Mitternacht von der Polizei trotz Verbot auf dem Festgelände angetroffen. Er wird wegen Hausfriedensbruchs angezeigt. Gegen einen weiteren 17-jährigen Streitsuchenden Burschen aus Viechtach wurde ebenfalls für die restliche Dauer des Pichelsteinerfestes ein Betretungsverbot ausgesprochen.

Richtige Ochsen sind in Regen Mangelware: Hallertau-Import
Organisatorische Klimmzüge musste Pichelsteiner-Komitee-Mitglied Max Pletl bei der Beschaffung eines Ochsengespanns machen. Im ganzen Bayerischen Wald fanden sich keine Ochsen, die festzugtauglich sind. Fündig wurde Pletl schließlich in Pfettrach in der Hallertau. Anton Westermeier kam gestern mit den beiden Ochsen Lukas und Mucki in Regen an. Brav gingen sie den Festzug mit.


PNP 29.07.2006
Drei Böller, vier Schläge und zwei Bussis zum Auftakt

Die drei Böllerschüsse am Stadtplatz kurz vor dem Auszug zum Pichelsteinerfest haben auch gestern ihre Wirkung nicht verfehlt. So mancher Urlauber am Straßenrand zuckte zusammen, als die Schüsse wie Donnerschläge über den Platz hallten. Fast könnte man meinen, der Bombenlärm dient auch dazu die gewisse Aufregung abzubauen, die kurz vor dem Losmarschieren von den Menschen vor dem Rathaus Besitz ergreift - auch wenn Hermann Keilhofer, Neuling im Pichelsteinerkomitee, wahrscheinlich bloß im Scherz meinte, er sei aufgeregt.
Die Neue Regener Blaskapelle freilich stimmte in gelassener Munterkeit einen flotten Marsch an, die Pferde am Vierspänner zogen brav den Wagen mit den Fässern auf den Stadtplatz hinunter. Und die kleinen Köche hinter dem „großen“ Festkoch Günther Prinz ließen sich kein Lampenfieber anmerken - vielleicht hatten auch auch ihnen die Böller geholfen, vielleicht hatten sie aber auch viel zu gut geübt: Wunderbar laut, einstimmig und sicher riefen sie: „Das Pichelsteiner, es lebe hoch. Und es schmeckt guad, guad, guad“. Ilse Oswald ließ es sich auch im zweiten Jahr ihrer Pichelsteiner-Präsidentschaft nicht nehmen, unter ihnen zu marschieren.
Vorne weg hinter dem Wagen schritt Festwirt Josef Falter im obligatorischen weißen Hemd mit blauer Krawatte mit 25 feschen Bedienungen im schwarz-roten Dirndl voran. Das Pichelsteinerkomitee folgte und - die Ehrengäste! Kaum einmal dürfte die Zahl der regionalen und überregionalen Mandatsträger bei einem Auszug so groß gewesen sein.
Als besonderer Ehrengast durfte der Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung freilich mit Bürgermeister Walter Fritz und den MdBs Ernst Hinsken und Bruni Irber in der Kutsche fahren. - die Leibwächter lud Kutscher Egon Probst ein, doch auf dem Kutschbock mitzufahren. Da wechselten die Angesprochenen erst einmal einige Blicke, einer fasste sich ein Herz und stieg auf.
„Überhaupt“, meinte später der Adjutant des Ministers, Oberst i. G. Peter Braunstein: „Mit dem Minister bin ich in den letzten Wochen auf seiner Sommerreise viel herumgekommen, aber nirgends sind wir mit solch einer Herzlichkeit begrüßt worden wie in Langdorf und jetzt in Regen“. Dabei hatte zu diesem Zeitpunkt Ilse Oswald ihren Charme noch gar nicht voll eingesetzt.
Denn erst als Bürgermeister Walter Fritz mit drei Schlägen und einem kleinen obendrauf das erste richtige Fass Festbier anzapfte, mit geübter Hand ausschenkte; erst als zumindest die Ehrengäste angestoßen hatten und viele sich in der Festhalle verteilt hatten; erst als Fritz seine Begrüßungsworte gesprochen hatte und vor allem der Bundeswehr ausführlich dankte; erst dann wurde es mit der „herzlichen Begrüßung“ so richtig ernst: Ilse Oswald überreichte dem Verteidigungsminister ein Lebkuchenherz und begrüße ihn - „so machen wir das immer mit unseren französischen Freunden“ - mit zwei Bussis auf die Backen.

PNP 29.07.2006
Pichelsteinerfest: Weniger Platz zum Parken

Weniger Parkplatz ist im Umfeld des Pichelsteiner-Festplatzes. Der Parkplatz im Bereich Deggendorfer Straße und Betriebsgelände Schiller ist für das öffentliche Parken gesperrt. Er ist Parkplatz für Schausteller und Aufstellfläche für Rettungskräfte, wie die Stadt mitteilt. Die Stadt kündigt an, widerrechtlich geparkte Fahrzeuge abschleppen zu lassen, da dieser Bereich die Feuerwehrzufahrt ist.

PNP 28.07.2006
Pichelsteiner-Serenade: Eine runde Sache

Wetterglück des Tüchtigen, das hatten gestern die Musiker des Blasorchesters der Stadt Regen. Die paar Regentropfen während des Aufbaus hielten das Publikum nicht ab. In großer Zahl war es es in den Kurpark gekommen, um sich stilvoll auf die kommenden sechs Pichelsteinertage in Regen einzustimmen.
Feine Blasmusik brachte das Blasorchester unter der Leitung von Roland Döringer. Entstanden aus dem Turmblasen am Donnerstag vor dem Festauftakt ist die Serenade im Kurpark mittlerweile fester Bestandteil des Fests. Und mit Sicherheit gehört das, was das Blasorchester bietet, musikalisch zu den Höhepunkten des Pichelsteinerfests.

PNP 27.07.2006
Sie sind die Sisyphos-Arbeiter des Pichelsteinerfests
Die Wasserspieler kämpfen jedes Jahr wieder gegen Rost und Dreck und Verschleiß
Wasser marsch- und jetzt sollte der Druck des Wassers eigentlich die drehbaren Arme in Bewegung setzen und eine spritzige Girlande in die laue Sommerabendluft zeichnen. „Aber do hod se überhaupt nix g’rührt“, sagt Georg Wenig, der gerade mit seinem Sohn Matthias Richtung Fontänen paddelt, um Ersatzteile zu bringen. Grund für den Defekt waren ausgeschlagene Lager. Sie haben Spiel, der Wasserdruck hat das drehbare Teil gegen die Dichtung gepresst - da drehte sich nichts mehr. Das Wasserspiel-Team der Pichelsteiner musste mal wieder Reparatur-Sonderschichten fahren. „Jed’s Jahr des gleiche“, seufzt Helmuth Pfeffer, seit 1992 im Komitee. Immer gibt es Reparaturen, Defekte, Rost an den fünf Einzelanlagen mit den rund 300 Strahlern, den 300 Düsen, den 1650 Meter Luftleitungen und 2190 Meter Kabel.
Jetzt, in der Woche vor dem Fest, sind die Wasserspieler täglich an der Anlage, stehen im Wasser, um zu reparieren, probieren verschiedene Ventilstellungen aus, justieren Auftriebskörper. In diesem Jahr begleitet keine Musik die tanzenden Fontänen. „Wir haben keine guten Lautsprecher, den Klang der alten kann man den Besuchern nicht zumuten; da könnten wir einen Sponsor dafür brauchen“, sagt Pfeffer, den es immer freut, wenn von anderen Städten Anfragen kommen, ob man die Anlage nicht ausleihen könne. „Nein, da geht nix“, sagt Pfeffer zu diesem Ansinnen und ist sich einig mit seinem Wasserspiele-Team. Zu dem gehören: Georg Wenig, Markus Bartl, Michael Dietl, Uwe Resch, Alfons Hof, Jonny Rankl, Matthias Muhr und Matthias Wenig.

PNP 27.07.2006
Noch ein Tag bis zum Pichelsteinerfest

Das Pichelsteinerfest ist so anziehend, dass viele Besucher von weit her kommen, um mit den Regenern zu feiern. Der Bayerwald-Bote fragt in dieser Woche Pichelsteinergäste, warum sie den weiten Weg auf sich nehmen.
Christoph Omer (37) aus Regens französischer Partnerstadt Mirebeau kommt seit Anfang der 90er Jahre zwei Mal im Jahr nach Regen. Der hauptberufliche Manager spielt leidenschaftlich gern Saxophon. Dreimal war er als Leiter der Philharmonie Mirebeau in Regen, reiste mit dem Spielmannszug nach Eschwege und spielte in Regen im Fasching und auf einer Hochzeit: „Ich freue mich aufs Pichelsteinerfest, weil es ein sehr schönes Fest ist, auf dem ich Freunde wiedersehen kann. Der Termin liegt sehr günstig zu Beginn der Sommerferien, deshalb können auch so viele Leute von außerhalb kommen. Freunde von mir, die aus Regen stammen, kommen zum Beispiel aus München auf das Fest. Ich werde am Freitagabend zusammen mit jungen Musikern aus Frankreich kommen - am besten gefällt mir aber der Samstag, denn da spielen zwei Spielmannszüge. Und der Sonntag mit dem Festzug natürlich.“

PNP 26.07.2006
Noch zwei Tage bis zum Pichelsteinerfest

Das Pichelsteinerfest ist so anziehend, dass viele Besucher von weit her kommen, um mit den Regenern zu feiern. Der Bayerwald-Bote fragt in dieser Woche Pichelsteinergäste, warum sie den weiten Weg auf sich nehmen.
Heute: Josef Rang (66) aus Neumarkt in der Oberpfalz, der Regen 1961 bis 1963 als Bundeswehrsoldat lieben gelernt hat. „Ich freue mich aufs Pichelsteinerfest, weil das noch ein richtiges Volksfest ist. Man merkt, dass die Regener für ihr Fest leben. Ich freue mich auf das Eintopfessen am Montag, den Einzug der Köche und auf viele alte Freunde und Bekannte. Schon in meiner Soldatenzeit war das Fest eine Ausnahmezeit, wir haben dafür eigens Ausgang bekommen. Wir haben in Neumarkt auch ein zehntägiges großes Volksfest, und ich war auch schon beim Gäubodenfest - aber das Pichelsteinerfest ist einmalig. Ich war immer im Schnitt alle drei Jahre beim Fest, seit ich in Pension bin, noch öfter. Und mittlerweile nehme ich schon meine Enkel mit.“


PNP 25.07.2006
Auf der Spur der Regener Besonderheiten
Seit Anfang Mai arbeiten die Festzuggestalter an den Wägen für den Pichelsteinerfestzug
Der schwierigste Wagen? Da muss der 80-jährige Fritz Müller überlegen. „Ja, der mit der Wirtin von Schweinhütt, der mit dem großen Aufbau und mit dem Tod; oder doch vielleicht die Dichterstube von Siegfried von Vegesack, das war schon auch ganz schön aufwändig.“ Die Wirtin von Schweinhütt und die Dichterstube sind zwei von 15 Wägen, die am Pichelsteinersonntag im großen Festzug mitrollen werden. Motto: „Regener Besonderheiten“.
Trotz seiner 80 Jahre wuselt Müller behände zwischen den Wagen umher, die in der Halle der Pichelsteiner im Gewerbegebiet dicht an dicht stehen. „Do schau her, die Ochsen“, sagt er und deutet auf eine Herde Rindviecher, die sich um die Mariensäule scharen. Der Markt auf dem Stadtplatz wird auf dem Wagen dargestellt. Alle Tiere sind aus Styropor, mit feinem Pinselstrich bemalt.
Im Mai war es, da hat Müller mit seinen Helfern in der Halle begonnen. Aufräumen, sortieren, Material besorgen. Ein ganzer Falter-Lastzug ist beladen mit Styroporblöcken und -scheiben angerollt. Und dann wurde gebastelt und gehämmert, geschraubt und konstruiert. Der Festzugausschuss unter der Leitung von Kurt Fiederling hat die Themen ausgearbeitet. Und wie schon in den Vorjahren hat sich Kurt Fiederling in einem Punkt nicht durchsetzen können: „Er wollt’ a bisserl weniger Wägen haben, dass es nicht so viel Arbeit wird, aber mei . . .“, sagt Müller. Wie sollte sonst schon alles untergebracht werden. Der unterirdische Gang in Weißenstein, der Anbau von Wein am Weinberg, das Bierbrauen in einst 17(!) Braustätten, das Eisziehen auf dem Regen undundund.
Ein bisschen anders als in den Vorjahren war die Arbeit für Müller und seine Mitstreiter schon. Manfred Homolka, der vor 32 Jahren begonnen hat, die Festzüge zu gestalten, ist in diesem Jahr nur als Ideengeber dabei, als Skizzierer. „No ja, geht scho“, meint Müller dazu, dass er in diesem Jahr meist auf seinen seit Jahrzehnten gewohnten Partner verzichten muss.
Spannend wird es für die Festzugmacher am Sonntag ab 13.30 Uhr, wenn der Festzug Fahrt aufnimmt. In diesem Jahr vielleicht sogar etwas langsamer als in den Vorjahren, damit mehr Zeit bleibt, die Wägen zu studieren und zu genießen. Begleiter, die per Funk untereinander verbunden sind, werden das Tempo regulieren. Zu einem haben sich die Pichelsteiner noch nicht durchringen können: Den Festzug am Stadtplatz zu moderieren. „Mei , des war a Sach“, meint Müller dazu.

PNP 25.07.2006
Gondler hoffen auf weniger Wasser
Sonntag: Ersatztermin für die Gondelfahrt
„Schnellboot Müller“ hat Edwin Stoletzky auf den Bug des Boots gepinselt, das am Samstag vom Stapel läuft bei der Pichelsteiner-Gondelfahrt. Es ist das Boot, in dem Fritz Müller am Publikum vorbeigerudert wird. „Des war total hi“, erzählt Stoletzky. Im vergangenen Jahr hat ein Gewittersturm die Gondelfahrt gekippt, Hochwasserwelle nahm die Boote mit, das Müller’sche Boot soff ab. „Das Boot haben wir ganz neu gemacht, auch der Nachbau der Ludwigsbrücke, auf der die kleinen Köche stehen, ist neu“, erklärt Stoletzky. Und dann waren er und sein Team noch mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt. Der Gewittersturm hatte ganze Arbeit geleistet.
Ganz ohne Neuerungen wollten die Gondler aber nicht in die Gondelfahrt 2006 gehen. „Wir haben ein Boot mit dem Thema Feuer+Wasser gemacht“, verrät Stoletzky. Pyrotechnik gibt es auf diesem Boot und Wasser, das mittels Pumpen bewegt wird. Auf dem Boot mit dem Wasserfall saugt eine Tauchpumpe 200 Liter Wasser in der Minute aus dem Regen und lässt es in die Tiefe stürzen. Und Hans Eisner hat den Drachen, das traditionelle Abschlussboot wieder etwas auffrisiert. Der Drache steht am Samstag übrigens ab 14 Uhr am Kurpark-Ufer für Fotos Modell.
Für den Fall der Fälle, dass es am Samstagabend wieder ein Unwetter gibt, haben die Gondler vorgesorgt. Kurze Entscheidungswege für eine eventuelle Absage und schon ein fester Ersatztermin. Wenn es mit der Gondelfahrt „Faszination Wasser“ am Samstag nichts wird, wird am Sonntag bei Einbruch der Dunkelheit gefahren.

PNP 25.07.2006
Noch drei Tage bis zum Pichelsteinerfest

Das Pichelsteinerfest ist so anziehend, dass viele Besucher von weit her kommen, um mit den Regenern zu feiern. Der Bayerwald-Bote fragt in dieser Woche Pichelsteinergäste, warum sie den weiten Weg auf sich nehmen.
Heute: Kurt Thum (75) aus Eschwege, Vorsitzender des Trachtenvereins, kommt seit 1968 zum Pichelsteinerfest: „Ich freue mich aufs Pichelsteinerfest, weil ich inzwischen in Regen recht heimisch geworden bin, mit den Bürgern und Freunden vom Trachtenverein, die wir im Laufe der Jahre kennen gelernt haben. Das Pichelsteinerfest hat eine ganz besondere Ausstrahlung. Alle Tage sind gut, das Programm ist gut, aber am besten gefällt mir immer der Beginn mit dem Platzkonzert und dem Auszug mit den Rössern. Ich werde am Freitag zusammen mit einer Bekannten rechtzeitig ankommen und erst am Dienstag wieder abreisen.“


PNP 24.07.2006
Noch vier Tage bis zum Pichelsteinerfest

Das Pichelsteinerfest ist so anziehend, dass viele Besucher von weit her kommen, um mit den Regenern zu feiern. Der Bayerwald-Bote fragt in dieser Woche Pichelsteinergäste, warum sie den weiten Weg auf sich nehmen.
Heute: Verena Müller-Rohde (27), Redakteurin aus Nürnberg, ehemals Volontärin beim Bayerwald-Boten:

„Ich freue mich aufs Fest, weil . . . das Pichelsteiner-Fest für mich der beste Beweis ist, dass die schönsten (und wildesten) Partys nicht in der Großstadt, sondern auf dem Land steigen. Trotz der WM-Sause, die wir in Nürnberg erlebt haben, freue ich mich schon seit Wochen auf den Besuch in Regen. Denn die Stimmung in der Stadt ist an den Fest-Tagen noch familiärer als sonst. Ich hoffe natürlich, dass ich viele Bekannte und Freunde wiedersehe. Und dafür gibt es keinen besseren Anlass als das Pichelsteiner. Das Volksfest ist überschaubar und deshalb trifft man sich früher oder später sowieso. Auch ohne konkrete Verabredung.“

PNP 05.07.2006
Pichelsteinerfest wird bunter

Die Zeichen mehren sich: Die Begrüßungsschilder hängen an den Lampenmasten, die Ständer für die Lichterketten sind verankert, die Grundschulkinder haben ihre Übungstermine schon bekommen, an denen sie trainieren, wie man als kleiner Pichelsteinerkoch zu großer Form aufläuft - und hinter den Kulissen wird ja schon seit Wochen gearbeitet für das größte Heimatfest im Bayerischen Wald, für das Pichelsteinerfest.
Vor einigen Tagen ist der treueste Begleiter durch die sechs Tage Pichelsteinerfest veröffentlicht worden, das kleine Programmheft. Seit vielen Jahren schon im selben Format, aber dieses Mal, zum 132. Pichelsteinerfest, ist es deutlich bunter, was in der Druckerei Schicker aus der Druckmaschine gelaufen ist.
Beim Rahmenprogramm haben die Pichelsteiner in diesem Jahr zwei hochkarätige Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Beim Tag der Wirtschaft am Pichelsteinermontag, 31. Juli, spricht Wolfgang Grupp, Chef der Firma Trigema. Grupp hält am Standort Deutschland fest und zeigt mit seinem Textilunternehmen, dass man in dieser Branche auch im Hochlohnland Deutschland Geld verdienen kann.
Redner beim Tag der Landwirtschaft am Dienstag, 1. August, ist Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer, der den Gästen „Die neue deutsche Agrarpolitik“ erklären wird. Damit ist ein großer Wunsch von Josef Steinhuber, Leiter des Amts für Landwirtschaft und Forsten in Regen, in Erfüllung gegangen. Über die politische Schiene hat er erreicht, dass Seehofer nach Regen kommt.

PNP 11.05.2006
Die Pichelsteiner stärken das Komitee
Mitglieder beschließen zwei Neuaufnahmen
Zwei Männer, die gut zusammenarbeiten können, zwei Männer, die anpacken - das sind auch zwei Männer, die hervorragend geeignet sind, im Pichelsteinerkomitee mitzuarbeiten, das jährlich das größte Volksfest im Bayerischen Wald auf die Beine stellt. In seiner Sitzung am Montagabend hat das Komitee Oberstleutnant Michael Römermann, Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 112, und Kreisbrandrat Hermann Keilhofer als Mitglieder neu aufgenommen.
„Es ist Tradition, dass der Kommandeur Mitglied im Pichelsteinerkomitee ist“, sagte Präsidentin Ilse Oswald. Ganz uneigennützig ist das Motiv der Pichelsteiner nicht, die jeweiligen Bataillonskommandeure ins Komitee aufzunehmen. Denn mit Material und Männern hilft die Bundeswehr mit beim Heimatfest. Beispielsweise schwimmt ein großer Teil der Gondelaufbauten auf Schlauchtbooten der Bundeswehr. Römermann freute sich über die Ehre der Aufnahme, auch wenn er in diesem Jahr nicht beim Fest dabei sein kann, er kommandiert ein Einsatzbataillon im Kosovo. Aber er habe im Bataillon schon Anweisungen gegeben, auf dass die Bundeswehr den Pichelsteinern die entsprechende Hilfe gewähre.
Nicht gerade wenig Pichelsteiner-Erfahrung hat der zweite neu aufgenommene Mann, Kreisbrandrat und Elektromeister Hermann Keilhofer. Schon seit rund 20 Jahren arbeitet er intensiv mit Pichelsteiner-Platzmeister Willy Schicker zusammen. Keilhofer sorgt dafür, dass den Schaustellern nie der Strom ausgeht, dass die Stromanschlüsse für die Fahrgeschäfte und den Wohnwagenpark immer am richtigen Ort sind. Seine Aufgabe im Komitee wird sein, die Stadt zur Pichelsteiner-Zeit strahlen zu lassen, wie Oswald meinte. Und Keilhofer wird Helmut Bohatschek dabei unterstützen, die Lichterketten an der Ludwigsbrücke und entlang des Regens zu installieren.

PNP 23.03.2006
Komitee ernennt zwei Ehren-Pichelsteiner
Generalversammlung würdigt Verdienste von Kurt Fiederling und Manfred Homolka
Herausragend seien die Verdienste von Kurt Fiederling und Manfred Homolka für das Regener Pichelsteinerfest, so die einhellige Meinung der Komitee-Mitglieder. Bei der Generalversammlung wurden die beiden zu Ehrenmitgliedern der Pichelsteiner ernannt.
Manfred Homolka wurde von Präsidentin Ilse Oswald als „echter Schatz, eine kostbare Perle für die Pichelsteiner und die ganze Stadt“ bezeichnet. Seit 1974 ist er engagiertes Mitglied der Pichelsteiner und setzt mit seinem Partner Fritz Müller die Festzug-Ideen in die Realität um.
Kurt Fiederling, seit 1973 im Komitee vertreten, war 25 Jahre lang für den Tag der Landwirtschaft verantwortlich und führt den Verein seit 1995 als 2. Präsident. „Kurt Fiederling gleicht mehr einer Nuss“, sagte Oswald, „als stets fairer Verhandlungspartner hat er eine Schale, die es erst zu knacken gilt, dann trifft man auf einen weichen Kern“. In den vergangenen Jahren kümmert sich Fiederling auch immer um die Organisation des Vereinsausflugs der Pichelsteiner. In diesem Jahr soll es ins Fränkische gehen. „Manfred Homolka und Kurt Fiederling gebühren für ihr idealistisches und erfolgreiches Wirken Dank und Anerkennung“, meinte Ilse Oswald in ihrer Laudatio.
Nach dem Fest ist vor dem Fest - das wurde bei der Generalversammlung deutlich. Die Verantwortlichen blickten auf das Pichelsteinerfest 2005 zurück: „Es war ein wunderbares Fest, es war ein Fest für Jung und Alt und hat die Menschen zusammengebracht“, sagte Präsidentin Oswald, für die es das erste Fest als Präsidentin war - mittlerweile hat man auch die kleine Enttäuschung verdaut, dass die Gondelfahrt einem Gewitter zum Opfer fallen musste.
Für ihre Vorstandskollegen hatte sie nicht nur verbale Blumen und Komplimente, sondern überreichte jedem als kleine Geste eine Rose. Ihr Stellvertreter Kurt Fiederling gab den Dank zurück. „Die Wahl vor einem Jahr war richtig“, sagte er und bescheinigte Oswald „genaues Arbeiten , angenehmen und toleranten Stil.“ Dass die Organisation des größten Volksfestes im Bayerischen Wald ehrenamtlich passiert, das stellte Kassier Otto Pfeffer in seinem Bericht heraus. Es wird dabei so klug gewirtschaftet, dass Geld für anstehende Investitionen vorhanden ist. Platzmeister Willy Schicker gab bekannt, dass die Stromkapazität auf dem Festplatz 1 erhöht werden müsse, um auch weiterhin attraktive Fahrgeschäfte bekommen zu können. Bürgermeister Walter Fritz bescheinigte in seinem Grußwort der Präsidentin Mut für die Übernahme der großen Aufgabe. „Das Pichelsteinerfest wertet die Stadt nach außen auf“, betonte er.
Im Rahmen der Generalversammlung wurde schon ein Fahrplan aufgestellt für die Vorbereitungen des Festes 2006. Der Arbeitskreis für den Festzug wird sich demnächst auf ein Motto für den Zug einigen, im Mai werden die Arbeiten in den Mettener Werkhallen starten.
Nachdem die Gondelfahrt 2005 dem Wetter zum Opfer gefallen ist, brauchen sich die Gondler nicht ganz so viele Gedanken über die Gestaltung der Aufbauten machen. Allerdings haben Gewittersturm und Regen die Gondeln ziemlich mitgenommen, so dass viel Arbeitszeit für Ausbesserung und Reparatur nötig sein wird
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