Pressemitteilung vom 23.07.2005


Zeitungstext stammt von der PNP - Passauer Neuen Presse

PNP 23.07.2005
Pichelsteiner: Ein großes Fest macht riesig Arbeit
Festzug- und Gondler-Team liegen gut in der Zeit - Themen: „Regen bewegen“ und „Faszination Wasser“
Regen. Manfred Homolka lässt einen Farbstrahl aus der Spraydose zischen. Er gibt einem Reiter aus Styropor den Feinschliff, schaut noch einmal prüfend: „Passt.“ Und rauf mit der Figur auf den Wagen, auf dem schon mehrere Reiter vor dem Modell des Marienbrunnens stehen. Der Regener Osterritt wird auf dem Wagen dargestellt. Ort des Geschehens: die Halle der Pichelsteiner im Gewerbegebiet Metten. Akteure: die Festzugmacher. Künstlerischer Kopf: Manfred Homolka, der seit mittlerweile 31 Jahren die Aufbauten entwirft, skizziert und zu einem großen Teil auch noch selbst baut.
Homolka arbeitet ruhig, die andere Hälfte der Festzuggestalter-Doppelspitze wuselt geschäftig durch die Hallen. Und wenn man es nicht genau wüsste, würde man nicht glauben, dass dieser Mann, der da Werkzeug und Material hin- und herträgt, dort anpackt und hier mithilft, 79 Jahre alt ist. Fritz Müller heißt er. In der Zeit der Festzug-Vorbereitung verbringen Müller und Homolka mehr Zeit miteinander als mit ihren Ehefrauen. Der Ton zwischen ihnen erinnert durchaus an den zwischen langjährigen Ehepartnern.
Das Thema des Festzugs war in diesem Jahr nicht ganz einfach: „Regen bewegen“. „Da kannst du alles machen - oder nichts“, sagt Homolka. Aber gemeinsam mit dem Festzug-Arbeitskreis haben Homolka und Müller die Themen für die insgesamt 17 Wägen - alle von Pferdegespannen gezogen - festgelegt. Die Narregenia hat ihren Wagen gestaltet, den Rittern auf der Burg Weißenstein ist ein Wagen gewidmet, dem Osterritt und auch einer Regener Zukunftsvision: dem Golfplatz. Auch die Städtepartnerschaft mit dem französischen Mirebeau rollt mit im Festzug. Auf diesem Wagen wird auch eine Delegation aus Mirebeau Platz nehmen. Dass sich Müller und Homolka auf ihre Mitarbeiter verlassen können, ist auch an diesem Wagen zu sehen. Georg Loibl, der Spezialist für Holzarbeiten, hat aus Holz eine riesige Vase für einen Sonnenblumen-Strauß gezimmert. Einem Vorschlag von Pichelsteiner-Vizepräsident Kurt Fiederling haben sich die Festzugmacher widersetzt: Fiederling wollte in diesem Jahr einen etwas kleineren Festzug, zwölf oder 13 Wägen seien genug, meinte er. Aber auf diese Dimensionen wollte sich Homolka nicht einlassen, und so sind es wieder 17 geworden. „Jaja, da jammert auch der Otto immer“, sagt er. „Der Otto“, das ist Otto Pfeffer, und als Kassier des Pichelsteinerkomitees schaut er auf jeden Euro.
Seit Mai ist das Festzug-Team fast jeden Tag in der Halle. In der Nachbarhalle werkeln die Kollegen von der Gondelfahrt mit ihrem Chef Edwin Stoletzky. Das Thema, das sie der Gondelfahrt 2005 gegeben haben, ist eindeutiger als das der Festzugmacher: „Faszination Wasser“ lautet es. Da wird beispielsweise eine Gondel mit einem Wasserfall über den Regen gerudert werden. Weil die Gondler nicht nur Künstler im Umgang mit Sperrholz und Styropor sind, sondern auch Techniker und Tüftler, wird auf dieser Gondel wirklich ein Wasserfall rauschen. Eine Tauchpumpe, angetrieben von einem Stromaggregat, saugt Wasser aus dem Fluss aufs Boot, von dort fließt es in Kaskaden wieder in den Fluss.
Faszination Wasser, da müssen natürlich auch die Fischer dabei sein, ein Wasserfahrzeug mit Kneipp-Anlage. Die Kneippenden gehen im Storchengang durch ein wassergefülltes Becken, ein Kinderplantschbecken. Einen Brunnen haben die Gondler auf ein Boot gebaut, auf dem auch ein kleines Feuerwerk abgebrannt werden wird. „Feuer und Wasser“, sagt Stoletzky zu dieser Idee. Den Abschluss der Gondelfahrt bildet wie immer der Drachen, gesteuert von Hans Eisner. Weil der Fortschritt auch vor Drachen nicht Halt macht, ist das Untier elektronisch aufgerüstet worden und wird eine Vielzahl kleiner Lichter tragen.
Jetzt, gut eine Woche bevor die 15 Gondeln zu Wasser gelassen werden, ist die Stimmung in der Halle entspannt. Man weiß, dass man gut in der Zeit ist, nur noch kleine Arbeiten sind zu erledigen, bis am kommenden Samstag die 15 Gondeln und die 25 begleitenden Kanus des Kanu-Clubs zu Wasser gelassen werden. (Auf PNP)