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Dazu brauche die Milchwirtschaft aber auch einen
wirksamen Außenschutz durch EU-Außenzölle, sagte Miller
mit Blick auf die Verhandlungen über internationale Standards in der
Welthandelsorganisation (WTO). Er hält es für dringend erforderlich,
dass Milch bei den weiteren WTO-Verhandlungen bezüglich des Marktzugangs
als sensibles Produkt eingestuft wird. Nur so sei es möglich,
die Zölle für Milch weniger abzubauen als für andere Produkte.
Trotz seiner Forderung nach einer international wettbewerbsfähigen
Milchwirtschaft, sprach sich Miller für höhere Erzeugerpreise
aus. Dazu müssten Angebot und Nachfrage besser in Einklang gebracht
werden. Kontraproduktiv ist jedoch die von der EU beschlossene Erhöhung
der Milchquoten um 1,5 Prozent ab 2006. Miller wandte sich gegen diese
Erhöhung der produzierten Milchmenge und den damit verbundenen Preisverfall.
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Miller verband damit eine Forderung an die Milchbauern:
Die Überlieferung schwächt unserer Verhandlungsposition
in der EU, mahnte er die Landwirte. Für das Milchwirtschaftsjahr
2004/2005 sei eine Überlieferung von 1,3 Prozent der deutschen Garantiemenge
festgestellt worden, was ziemlich genau der von der EU vorgesehenen Quotenerhöhung
entspreche. Miller betonte, dass nur durch eine Begrenzung der Saldierung
einer ständigen Überschreitung der Milchquote in Deutschland wirksam
begegnet werden könne. Momentan gebe es dazu leider im Bundesrat keine
ausreichende Mehrheit, klagte Miller über den Einfluss der Milchindustrie
in anderen Bundesländern, der zu Lasten der Landwirte gehe.
Walter Heidl, Präsident des Niederbayerischen Bauernverbands (BBV),
sprach vor Miller. Auch er betonte, dass direkt oder indirekt von der Landwirtschaft
viele Arbeitsplätze abhingen. Es sei mit einer Verknappung der Nahrungsmittel
zu rechnen, deshalb müssten schon jetzt für Lebensmittel so gute
Rahmenbedingungen geschaffen werden, wie sie die jetzige Bundesregierung
im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe gesetzt hat. Ich habe kein Problem,
sie dafür zu loben, bat Heidl darum, die zweite Säule der
Landwirtschaft, die Erzeugung von Energieträgern, zu stützen.
Nur so könne die flächendeckende Landwirtschaft und damit die
Kulturlandschaft aufrecht erhalten werden, die auch für den Tourismus
Voraussetzung sei.
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Heidl kritisierte an der Verwaltungsreform in den Ämtern
für Landwirtschaft und Forsten, dass im Verbund mit den Personaleinsparungen
nicht gleichzeitig Bürokratie abgebaut worden ist. Denn das geht
zu Lasten der Beratung. Die Bürokratie geiselte auch BBV-Kreisobmann
Josef Pletl: Bürostaub ist schlimmer als Tschernobyl,
sagte er. Ihn freue es zwar, wenn der Holzpreis steige, Miller solle aber
seine Ministerialbeamten bremsen, dass sie nicht so viel Papier
verschreiben.
Zuvor hatte Josef Steinhuber, Leiter des Amts für Landwirtschaft
und Forsten, die zahlreichen Ehrengäste begrüßt. Regens
Bürgermeister Walter Fritz und Mdl Helmut Brunner sprachen Grußworte.
MdB Ernst Hinsken forderte, die Marktmacht der großen Unternehmen
und Discounter zu begrenzen. Seiner Kritik an Verbraucherschutzministerin
Renate Künast stimmte später auch Miller zu.
Der Minister kritisierte, dass etwa bei den Verhandlungen über die
Zuckermarktreform Länder wie Brasilien wohl nach den Verhandlungen
gesagt hätten Danke, Renate - So stelle ich mir
das vor, sagte Miller ironisch. Er forderte, das europäische
Agrarmodell einer ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen
Landwirtschaft in der WTO abzusichern.
(Auf PNP )
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